Weil klassische Werbung von vielen gar nicht mehr richtig wahrgenommen wird, versuchen Unternehmen vermehrt ihre Marken und Produkte auf subtilere Weise ins Bild zu setzen. Legendär in dieser Hinsicht war dabei die Sendung „Wetten, dass?“, bei der die Gäste auf dem Sofa jahrelang genüsslich Süßigkeiten des Bonner Konzerns Haribo aßen. Dies mag harmlos erscheinen, wird aber dann kritisch, wenn mögliche Sponsorenleistungen Einfluss auf den Inhalt der Sendung haben könnten. Die britischen Regulierungsbehörden haben dabei nun ein noch recht neues Phänomen ins Visier genommen: Youtube-Videoblogger, die von Unternehmen Geschenke oder Geld erhalten und anschließend bestimmte Produkte nutzen oder testen.


Youtube

Videoblogger sollen vor PR-Abteilungen geschützt werden

Nach Angaben der „Advertising Standards Authority“ (ASA) geht es dabei aber nicht darum die Blogger abzustrafen. Vielmehr sollen klare Richtlinien entwickelt werden, die die Videoproduzenten auch vor unseriösen Wünschen der Unternehmen schützen sollen. So hätten viele Videoblogger berichtet, sie seien von den PR-Abteilungen gedrängt worden, auch eindeutig werbliche Beiträge als gewöhnlichen Inhalt darzustellen. Zukünftig sollen sich die Videomacher in solchen Fällen auf die von öffentlicher Stelle vorgeschriebenen Werberichtlinien berufen können. Wie die ASA mitteilte, unterstützen deswegen auch beinahe alle Videoblogger des Landes die Maßnahme.


Beispiel: Gesponserte Urlaubsreisen

Die Experten der ASA wollen nun verschiedene Szenarien erarbeiten und daran anschließend Bewertungsmaßstäbe entwickeln. So soll beispielsweise geklärt werden, wie Videos von bezahlten Urlaubsreisen zu kennzeichnen sind. Bei dieser Variante laden Reiseveranstalter Videoblogger ein. Diese gehen keine weiteren Verpflichtungen ein, werden aber gebeten von der Reise bei Youtube und in den sozialen Netzwerken zu berichten. Teilweise wird den Reisenden dabei auch noch gesponsertes Equipment zur Verfügung gestellt. Die ASA möchte nun klären, ob in einem solchen Fall der Hinweis, dass die Reise bezahlt wurde, ausreicht oder ob der gesamte Beitrag als Werbung deklariert werden muss.

Quelle: Businessinsider

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