Polizisten stehen überall in Europa vor einem Dilemma. Einerseits wird Personal abgebaut, andererseits nimmt der Verwaltungsaufwand immer stärker zu. Die ganz normale Straßenpräsenz der Polizei hat darunter zu leiden. Die Polizei in der britischen Stadt Peterborough setzt nun auf moderne Technik, um die Arbeitsabläufe effizienter zu gestalten und somit mehr Zeit für den Streifendienst zu gewinnen. Deshalb wurde eine Skype-Sprechstunde eingerichtet, die täglich zwischen acht Uhr morgens und zehn Uhr abends erreichbar ist. Dort können Zeugen ihre Aussage tätigen oder Opfer von Verbrechen ihre Anzeige aufgeben. Für Notfälle ist allerdings weiterhin der telefonische Notruf zuständig.


Schon heute kommt die Polizei nicht immer zum Tatort

„Diese Initiative sorgt dafür, dass sich die Polizei anderen Diensten annähert, beispielsweise Arztpraxen – und wie im Gesundheitswesen auch, sind unsere Notfallmaßnahmen weiterhin verfügbar, wenn sie benötig werden“, erklärt Melanie Dales von der Polizei in Peterborough. Zurzeit allerdings seien die Polizisten oftmals den halben Tag unterwegs, um Aussagen aufzunehmen oder Anzeigen entgegenzunehmen. In diesen Fällen kann der Kontakt über Skype dafür sorgen, dass die Zeit der An- und Abreise eingespart wird. Ganz neu ist dieses Konzept nicht: Wer beispielsweise in Deutschland einen Fahrraddiebstahl melden möchte, wird gebeten, auf die Polizeiwache zu kommen – und muss dort dann im Zweifelsfall warten bis ein Polizist Zeit hat, die Anzeige aufzunehmen.


Die britische Presse reagierte mit Unverständnis

Auch weiterhin wird die Polizei natürlich ausrücken, wenn Spuren am Tatort gesichert werden können – beispielsweise bei einem Hauseinbruch. Ansonsten soll die eingesparte Zeit aber vor allem für den Streifendienst genutzt werden. Diese zusätzliche Präsenz könnte dann helfen, Verbrechen präventiv zu verhindern. Dennoch stieß bereits die Ankündigung einer Testphase auf Kritik in der britischen Öffentlichkeit. Die beiden auflagenstärksten Zeitungen des Landes – die Sun und der Daily Mirror – berichteten jeweils auf der Titelseite darüber. Der Tenor: Die Regierung habe es mit ihren Kürzungen inzwischen übertrieben.

Via: The Guardian

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