Die Mammographie ist die aktuell beste zur Verfügung stehende Methode, um Brustkrebs frühzeitig zu diagnostizieren. Sie ist allerdings alles andere als perfekt. So haben Studien ergeben, dass selbst gut ausgebildete und erfahrene Ärzte auf diese Weise nur rund achtzig Prozent der existierenden Tumore erkennen. Es kommt also recht häufig zu einem sogenannten falsch negativen Test. Auf der anderen Seite ist die Gefahr eines falsch positiven Ergebnisses ebenfalls recht hoch. Eine Frau, die sich zehn Jahre lang einmal jährlich untersuchen lässt, erhält mit einer Wahrscheinlichkeit von fünfzig Prozent einmal fälschlicherweise eine Krebsdiagnose. Zukünftig könnten die Ärzte daher von künstlicher Intelligenz unterstützt werden. Eine entsprechende Software hat Google Health entwickelt und bereits ausführlich getestet.


Bild: Gemeinfrei

Bei zwei Datensätzen erwies sich die Software als grundsätzlich geeignet

Trainiert wurde das System mit einem Datensatz, der beinahe 100.000 Mammographien enthielt. Um die Leistungsfähigkeit der Software zu testen, wurden anschließend zwei weitere große Datensätze genutzt – einer aus den USA und einer aus Großbritannien. Wichtig zur Interpretation der Ergebnisse: Bei den Tests kamen keine Bilder zum Einsatz, mit der die Software bereits trainiert wurde. Das Ergebnis: Beim US-Datensatz produzierte die künstliche Intelligenz nicht nur deutlich weniger falsch positive Testergebnisse, sondern entdeckte auch zahlreiche Tumore, die zuvor von Ärzten übersehen wurden. Die Ergebnisse der Analyse des britischen Datensatzes gingen ebenfalls in diese Richtung, fielen aber ein wenig schwächer aus. In einem weiteren Versuch trat die Software schließlich gegen ein Team aus sechs spezialisierten Ärzten an.

Ärzte sollen durch die KI unterstützt werden

Das Ergebnis fiel gemischt aus. So erkannte die künstliche Intelligenz zwar auch hier Tumore, die von allen Ärzten übersehen wurden. Umgekehrt gab es aber auch einen Fall, bei dem die Software keinen Alarm schlug, der aber von den sechs Medizinern jeweils eindeutig identifiziert wurde. Die Wissenschaftler von Google wollen daher die Ärzte bei der Diagnose auch nicht vollständig ersetzen. Stattdessen soll die KI-Software vor allem zur Unterstützung eingesetzt werden. So wäre es denkbar, dass die Ärzte die Bilder zunächst selbst analysieren. Anschließend käme dann die künstliche Intelligenz zum Einsatz. Durch einen Abgleich der jeweiligen Ergebnisse, könnten so Bereiche identifiziert werden, die noch einmal genauer angeschaut werden sollten. Langfristig ließe sich so die Zahl der fehlerhaften Diagnosen signifikant reduzieren.


Via: New Atlas

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