Das TransAlta Kohlekraftwerk ist für rund zehn Prozent der Klimaemissionen des US-Bundesstaats Washington verantwortlich. Anders als bei der Zentralregierung unter Donald Trump nimmt man dort den Klimaschutz allerdings noch ernst. Ein Abkommen aus dem Jahr 2011 sieht vor, dass das Kraftwerk in zwei Jahren vom Netz gehen muss. Unmittelbar neben dem Bauwerk befand sich zudem ein Abbaugebiet für Kohle, das inzwischen aber geschlossen wurde. Für die Firma TransAlta ist die Arbeit nach Schließung des Kraftwerks aber noch nicht erledigt: Sie muss das Kraftwerksgelände und die Mine renaturieren – was nicht unerhebliche Kosten mit sich bringt. Außerdem muss die fehlende Stromproduktion des Kohlekraftwerks durch andere Formen der Energiegewinnung kompensiert werden.


Bild: Robert Ashworth from Bellingham, WA., USA (Centralia Power Plant) [CC BY 2.0 (https://creativecommons.org/licenses/by/2.0)], via Wikimedia Commons

Das Geld aus dem Verkauf des Solarstroms reduziert die Kosten

Die Manager des Konzerns präsentierten daher nun eine Lösung, die beide Problematiken auf einmal lindern soll. Sie wollen auf dem Gelände eine Fläche von etwas mehr als vier Quadratkilometern mit Solarmodulen bestücken. Diese sollen eine Kapazität von 1.340 Megawatt mit sich bringen – und somit immerhin 15 Prozent der ehemaligen Kraftwerksleistung ersetzen können. Ebenso wichtig aber: Die Firma verdient mit der Vermarktung des Solarstroms Geld und reduziert so die Kosten für den Rückbau des Kraftwerks und der Mine. Der Standort eignet sich zudem ideal für die Aufstellung von Solarmodulen, weil die benötigte Infrastruktur bereits vorhanden ist. So müssen beispielsweise keine neuen Stromkabel verlegt werden, sondern es kann auf die schon existierenden zurückgegriffen werden. Dies senkt die Installationskosten.

Die Erneuerbaren Energien könnten auch für neue Jobs sorgen

Sollte sich der Ansatz als erfolgreich erweisen, ist davon auszugehen, dass er auch an anderer Stelle im US-Bundesstaat Washington übernommen wird. Immerhin hat sich die Regierung vorgenommen, die CO2-Emissionen bis zum Jahr 2020 wieder auf das Level aus dem Referenzjahr 1990 zu senken. Neben der Umstellung auf eine nachhaltige Energieversorgung spielt beim Ausbau der Solarenergie aber noch ein weiterer Aspekt eine Rolle: Viele Experten hoffen, dass im sogenannten grünen Sektor neue Arbeitsplätze entstehen – und so die vielen verloren gegangen Industriejobs ersetzt werden können. So gesehen, ist der Wandel vom Kohlekraftwerk hin zur Solarfarm auch eine Art Symbol für den Strukturwandel – und ein Beispiel dafür, dass Donald Trumps Klima- und Energiepolitik nicht überall in den Vereinigten Staaten geteilt wird.


Via: Inhabitat

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