Inzwischen ist weltweit das Bewusstsein dafür gestiegen, dass zu viel Plastikmüll in den Ozeanen herumschwimmt. So haben beispielsweise Frankreich und die indische Hauptstadt Neu Delhi angekündigt, Einweg-Plastik weitgehend zu verbieten. Der US-Bundesstaat Hawaii hat zudem ebenso ein Plastiktütenverbot in Kraft gesetzt wie das Königreich Marokko. Eine oftmals unterschätzte Gefahr stellen allerdings alte Fischernetze dar, die herrenlos in den Ozeanen umherschwimmen. Schätzungen gehen davon aus, dass diese sogenannten „Geisternetze“ in etwas zehn Prozent des dort vorhandenen Plastikmülls ausmachen. Die Netze sind besonders gefährlich, weil sich Tiere darin verheddern können und dann qualvoll sterben. Drei Surfer aus Kalifornien gründeten daher im Jahr 2013 die Firma Bureo, um die Problematik systematisch anzugehen.


© Bureo
© Bureo

Aus den Fischernetzen wird zunächst Plastik-Granulat

Um genau zu sein, taten sie dies an der chilenischen Küste, weil sich dort auch die Surfspots der drei Freunde befanden. Konkret sammelt Bureo alte Fischernetze und nutzt diese als Rohstoff für die Produktion von Skateboards und Sonnenbrillen. Auf diese Weise stellen die Geisternetze keine Gefahr mehr für die Tierwelt dar. Dazu werden die alten Fischernetze zunächst von Freiwilligen gesammelt und professionell gereinigt. Anschließend werden sie zerschreddert, sodass Plastik-Granulat entsteht. Dieses ist dabei nicht von Plastik-Granulat zu unterscheiden, das keinen Recyclingprozess durchlaufen hat. Aus diesem Grundstoff werden dann die Bretter der Skateboards und die Gestelle der Sonnenbrillen angefertigt.

Die Umweltkosten von Plastik sind zu hoch

Seit der Unternehmensgründung konnten auf diese Weise rund 15.685 Quadratmeter an alten Fischernetzen aus dem pazifischen Ozean geholt werden. Der Name Bureo entstammt dabei der einheimischen Sprache Mapuche und bedeutet so viel wie „Wellen“. „Die Umweltkosten, die Plastik mit sich bringt, sind so viel höher als das, was die Leute tatsächlich dafür bezahlen. Das ganze System ist aus der Balance“, heißt es in einem Unternehmensvideo aus dem Jahr 2015. Um diesem Trend entgegenzusteuern nutzt die Firma daher altes Plastik als Recyclingmaterial und hofft, dass sich diese Technologie auch sonst weiter ausbreitet. Zwar ist das Plastik dadurch natürlich nicht aus der Welt – auch die Skateboards landen irgendwann im Müll – aber zumindest wird im Idealfall weniger frisches Plastik produziert.


Via: Treehugger

Teile den Artikel oder unterstütze uns mit einer Spende.
PayPal SpendeAmazon Spendenshopping

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.