Bei der Verarbeitung von Obst und Gemüse bleiben regelmäßig große Mengen Abfall zurück. Als Beispiel kann hier die kleine Erbse dienen: Bevor diese in die Dose wandert, werden zunächst Stängel, Blätter und Hülsen entfernt. Bisher wird dieser Abfall zumeist an Tiere verfüttert oder in Biogasanlagen verwertet. Wissenschaftler des Forschungsinstituts PFI Biotechnologie haben nun aber noch eine andere Nutzungsmöglichkeit erprobt. Demnach sind in den Überbleibseln der Erbesenverarbeitung wertvolle Grundstoffe für die Kosmetik- und Pharmaindustrie enthalten. Diese könnten zunächst extrahiert und vermarktet werden – bevor der Abfall dann tatsächlich in die Biogasanlage wandert. Erste Versuche unter realitätsnahen Bedingungen zeigten bereits, dass sich die Idee tatsächlich umsetzen lässt. Nun wird nach Partnern aus der Industrie gesucht.


Bevor das Obst so an den Verkaufsständen landet, fallen jede Menge Abfallprodukte an. Bild: The Photographer [CC BY-SA 4.0 (https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0)], from Wikimedia Commons

Erbsen, Äpfel und Karotten erwiesen sich als besonders geeignet

Am Anfang der Forschungsarbeit stand eine große Palette an verschiedenen Abfallprodukten. Denn die Forscher haben sich viele verschieden Obst- und Gemüsesorten angeguckt und das vorhandene Potential für die neue Form der Zweitnutzung bewertet. Letztlich etablierten sich drei Favoriten: Die bereits erwähnten Erbsen sowie Äpfel und Karotten. Anschließend untersuchten die Wissenschaftler, ob es überhaupt möglich ist, die gewünschten Stoffe zu isolieren und weiter zu verarbeiten. Dies gelang grundsätzlich, auch wenn gewisse Einschränkungen vorgenommen werden müssen. So hängen Menge und Qualität des gewonnenen Grundstoffs oftmals davon ab, zu welchem Zeitpunkt und in welchem Zustand die Abfälle weiter verarbeitet werden konnten. Hier müssten die Lager- und Transportabläufe unter Umständen ein wenig angepasst werden.

Auch die Produktion von Biogas ist anschließend noch möglich

Anschließend schauten die Forscher, ob sich die Abfälle nach dem Extaktionsprozess überhaupt noch für die Biogasanlage eignen. Auch hier konnte grundsätzlich ein positives Ergebnis erzielt werden. Im Rahmen eines Langzeitexperiments wurde nachgewiesen, dass sich die Erbsenreste ausgesprochen gut als Ko-Substrat für die Biogas-Produktion eignen. Die Effizienz ist allerdings etwas geringer als bei dem sonst genutzten Mais. Die Wissenschaftler gehen davon aus, dass rund 2,5 Tonnen Erbsenabfall in etwa eine Tonne Mais ersetzen können. Der Ablauf innerhalb der Biogasanlage verändert sich dadurch nur wenig: Die Experimente bestätigten eine konstante Gasproduktion bei hoher Qualität. Erste Wirtschaftlichkeitsberechnungen kamen daher zu dem Ergebnis, dass sich die Nutzung der Obst- und Gemüsereste für die Kosmetikindustrie durchaus lohnen könnte.


Via: PFI Germany

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