Bereits 1966 gelang der sowjetischen Raumsonde Luna 9 die erste sanfte Landung auf dem Mond. Drei Jahre später brachten die Vereinigten Staaten dann sogar Astronauten auf den Erdtrabanten. All dies spielte sich aber auf dem von der Erde aus sichtbaren Teil des Monds ab – während die Rückseite weitgehend unerforscht blieb. Dies lag nicht zuletzt daran, dass Missionen auf die andere Seite mit zusätzlichen technischen Schwierigkeiten versehen sind. So ist die Oberfläche des Himmelskörpers dort deutlich stärker zerklüftet. Außerdem ist eine direkte Kommunikation mit der Raumsonde nicht mehr möglich, sobald diese hinter dem Mond verschwunden ist. Dennoch ist es China nun gelungen, mit der Chang’e 4 erstmals ein Raumgefährt auf der Rückseite des Erdtrabanten zu landen.


Mond
Foto: Dino Abatzidis, via Flickr. CC BY-NC-SA 2.0

Die Kommunikation erfolgt über einen eigenen Satelliten

Die ersten konkreten Schritte dafür wurden bereits im Mai des vergangenen Jahres eingeleitet. Damals wurde der Übertragungsatellit Queqiao im Weltraum stationiert. Dieser funktioniert nun wie eine Art Bande und leitet die Signale so weiter, dass eine Kommunikation um die Ecke ermöglicht wird. Am 08. Dezember ist schließlich die eigentliche Raumsonde für die Landung auf dem Mond gestartet. Vier Tage später wurde die geplante Umlaufbahn erreicht, bevor nun die Landung glückte. In einem nächsten Schritt soll jetzt ein Roboterfahrzeug damit beginnen, den Boden und die Strukturen rund um den Landepunkt zu analysieren. Außerdem soll die Raumsonde in das All hineinhorchen. Die Forscher hoffen, dass ohne die störende Erdatmosphäre bestimmte Signale besser eingefangen werden können.

Auch deutsche Forschungsprojekte sind beteiligt

Deutsche Wissenschaftler aus Kiel durften zudem ein Strahlenmessgerät mit auf die Rückseite des Monds schicken. Die dadurch gewonnenen Daten sollen bei der Planung einer menschlichen Kolonie auf dem Mond helfen. Aus dem selben Grund befindet sich auch Saatgut an Bord: Es soll untersucht werden, ob dort der Anbau von Gemüse in einem geschlossenen System möglich ist. Auch für die nächsten Jahre hat die chinesische Führung ambitionierte Pläne in Sachen Raumfahrt. So soll bis zum Jahr 2021 die leistungsfähigste wiederverwertbare Trägerrakete der Welt vorgestellt werden. Neun Jahre später ist dann die erste chinesische Mondlandung mit Astronauten an Bord geplant. Außerdem soll eine chinesische Raumstation etabliert werden und es sind Flüge zum Mars in Planung.


Via: CNN

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