Das grundlegende Prinzip kennt jeder aus dem eigenen Wohnzimmer: Fernseher und Receiver benötigen jeweils eine Stromquelle. Wenn aber gerade nur eine Steckdose in der Nähe ist, hilft ein Mehrfachstecker. Diese Idee will das junge deutsche Startup ChargeX nun auch auf den Mobilitätssektor übertragen: Es hat eine Art Mehrfachstecker für Ladesäulen entwickelt. Wo vorher nur ein Ladepunkt war, könnten zukünftig durch die neue Technologie bis zu sechs Fahrzeuge an das Stromnetz angeschlossen werden. Doch ganz so einfach wie im heimischen Wohnzimmer ist es dann doch nicht. Denn die Autos werden nicht gleichzeitig geladen, sondern nacheinander. Ein speziell entwickelter Algorithmus entscheidet jeweils, welches Fahrzeug als nächstes mit Strom versorgt wird.


Tesla Motors - Elektroautos
In Deutschland noch eher selten zu finden, weltweit aber mit steigenden Verkaufszahlen: Autos mit Elektroantrieb.

Der Mehrfachstecker punktet vor allem durch niedrige Kosten

Dennoch kann die Installation eines solchen Mehrfachsteckers in bestimmten Bereichen sehr sinnvoll sein – etwa in zu Wohnblöcken gehörenden Tiefgaragen. Dort dürften die meisten Bewohner Abends ungefähr zur selben Zeit nach Hause kommen, um dann ihr Elektroauto über Nacht aufzuladen. Bisher müsste daher für jedes E-Fahrzeug ein eigener Ladepunkt installiert werden – was mit nicht unerheblichen Kosten verbunden ist. ChargeX sagt daher: Statt jedesmal einen komplett neuen Ladepunkt einzurichten, kann es auch sinnvoll sein, die vorhandenen einfach mit mehr Anschlüssen zu versehen. Am nächsten Morgen sind dann im Idealfall alle Autos wieder aufgeladen und die Besitzer können beruhigt zur Arbeit fahren. Den Angaben des Startups zufolge ist die Installation des Mehrfachsteckers rund fünfzig Prozent günstiger als ein klassischer Ladepunkt.

Auch die Netzbetreiber profitieren von dem Ansatz

Das System hat zudem einen großen Vorteil für die Netzbetreiber: Der sogenannte Tagesschau-Effekt wird vermieden. Also die Möglichkeit, dass Abends alle ungefähr zur gleichen Zeit nach Hause kommen und dann ihr Auto mehr oder weniger gleichzeitig anschließen. Dies würde für das Stromnetz eine enorme Spitzenlast bedeuten. Um Blackouts zu vermeiden, müsste daher massiv in die Infrastruktur investiert werden. Durch den Ansatz mit dem Mehrfachstecker könnte die Problematik aber zumindest abgemildert werden. ChargeX jedenfalls hat bereits einige Experten von der Idee überzeugt: Das Startup ist Teil eines Inkubators des Volkswagen-Konzerns und will demnächst eine sechsstellige Finanzierungsrunde bekannt geben. Mit dabei ist auch Matthias Willenbacher, der unter anderem auch am Münchener Startup Sono Motors beteiligt ist.


Via: ChargeX

Teile den Artikel oder unterstütze uns mit einer Spende.
PayPal SpendeAmazon Spendenshopping

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.