Bei einer Mars-Mission der europäischen Raumfahrtbehörde (ESA) wird ein Roboterschwarm an Bord sein, der den gewaltigen Canyon Valles Marineris erkunden soll. Er ist bis zu 7000 Meter tief. Leben zerstörendes ultraviolettes Licht kann nicht hineinfallen. Da dort Wasser vermutet wird ist in diesem Graben Leben denkbar. Um das zu ergründen werden Roboter benötigt. Einige können fliegen, andere auf vier oder mehr Rädern rollen. Einer ähnelt einem Menschen, doch er ist ein ganz besonderer Kletterkünstler, der sich zur Not auf krabbelnd vorwärtsbewegt. 


Bild: (DFKI GmbH, Foto: Tobias Stark

„Charlie“ muss noch aufgemotzt werden

„Charlie“, so sein Name, ist vom Deutschen Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz ((DFKI) in Kaiserslautern entwickelt worden, allerdings nicht zu dem Zweck, den Mars zu erkunden. Die Grundvoraussetzungen bringt er allerdings schon mit. Er ist sehr leicht, wichtig für Raumfahrtmissionen, bei denen der Transport eines einzigen Kilogramms viele 1000 Euro kostet. Er ist zudem geländegängig. Um auf dem roten Planeten arbeiten zu können motzen die DFKI-Forscher ihn jetzt gemeinsam mit Kollegen von Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt auf. Dabei machen auch Forscher vom Lehrstuhl für Medientechnik der Technischen Universität München und der NavVis GmbH mit, eines Münchner Unternehmens, das auf die Indoor-Navigation spezialisiert ist.

Im Gleichgewicht auch auf schwierigem Terrain

Besonders wichtig ist, dass Charlie sicher navigiert und stets weiß, wo er sich gerade befindet. Außerdem muss er sich mit seinen Kollegen aus dem Roboterschwarm abstimmen, um Aufgaben zu verteilen. Dazu entwickeln die Forscher eine übergeordnete Netzwerkintelligenz, die je nach Terrain und Können der Roboter entscheidet, wer aus dem Schwarm jeweils eingesetzt wird. Er wird auch mit einem „adaptiven Footplacement-Algorithmus“ ausgestattet. Dieses Rechenverfahren ermöglicht es zusammen mit einer Karte der Region, bei jedem Schritt den Punkt zu finden, auf dem die Roboterbeine einen festen Halt finden. Selbst wenn das schief geht und der Untergrund überraschend nachgibt findet der Algorithmus eine Lösung, sodass Charlie stets das Gleichgewicht hält.


Seine erste Bewährungsprobe muss der Laufroboter in der Weltraumexplorationshalle des DFKI in Bremen bestehen. Das ist eine 288 Quadratmeter große Halle mit einer neun Meter breiten zerklüfteten Landschaft.

via Deutsches Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz

Teile den Artikel oder unterstütze uns mit einer Spende.
PayPal SpendeAmazon Spendenshopping
Tags

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.