In den letzten Jahren sind vor allem Sicherheitslücken im Bereich des Online-Bankings in den Blickpunkt der Öffentlichkeit gelangt. Dabei ist etwas in Vergessenheit geraten, dass auch die klassische EC-Karte immer noch von Kriminellen ins Visier genommen wird. Teilweise finden sie den Sicherheits-Pin dabei in geklauten Geldbörsen, oftmals nutzen sie aber auch intelligente Ausspähsoftware. Bevor der Besitzer den Verlust der Karte überhaupt bemerkt hat, sind die Konten dann bereits komplett abgeräumt. Chinesische Banken wollen deshalb bereits in naher Zukunft technisch aufrüsten, um solche Vorfälle zu unterbinden. Die Geldautomaten sollen in die Lage versetzt werden, das Gesicht des Kunden mit einer Datenbank abzugleichen und so dessen Identität zu verifizieren.


Könnte irgendwann auch eine Gesichtserkennungssoftware bekommen: Der nördlichste Geldautomat der Welt.  Quelle: "World's most northerly ATM" by Count Iblis - Own work. Licensed under Public Domain via Wikimedia Commons - http://commons.wikimedia.org/wiki/File:World%27s_most_northerly_ATM.JPG
Könnte irgendwann auch eine Gesichtserkennungssoftware bekommen: Der nördlichste Geldautomat der Welt. Quelle: „World’s most northerly ATM“ by Count Iblis – Own work. Licensed under Public Domain via Wikimedia Commons

Chinesische Technik kommt zum Einsatz

Die dazu notwendige Technik wird von Wissenschaftlern der Pekinger „Tsinghua Universität“ in Zusammenarbeit mit Technikern der Sicherheitsfirma „Tzekwan Technology“ entwickelt. Dies stellt eine Besonderheit dar, weil die Geldautomaten in China bisher von ausländischen Firmen hergestellt wurden. Insofern handelt es sich also nicht nur um eine reine Sicherheitsmaßnahme, sondern auch eine industriepolitische Intervention, mit dem Ziel, chinesische Technik zum Einsatz zu bringen. Tatsächlichen wurden bereits mehrere Geldautomaten mit der Gesichtserkennungssoftware ausgestattet. Für den Kunden ändert sich dabei nicht viel, er muss lediglich – anstatt seinen PIN einzugeben – für einige Sekunden in eine Kamera schauen. Diese fixiert dann das Gesicht und nimmt den Abgleich vor.

Weitere Einsatzmöglichkeiten liegen auf der Hand

Kann die Identität des Kunden dann verifiziert werden, wird das Geld freigegeben. Bisher sind aber keine Angaben über die Treffsicherheit des Systems gemacht worden. Auch über etwaige andere Identifikationsmöglichkeiten ist noch nichts bekannt. Sollte sich das Projekt allerdings als erfolgreich erweisen, ist davon auszugehen, dass die Software auch in anderen Bereichen zum Einsatz kommen wird. So wäre beispielsweise denkbar, den Zugang zum Internet nur noch nach einer entsprechenden Identifizierung zu erlauben. Bereits heute verfügt die „Chinese Academy of Science“ über eine Datenbank mit rund 50 Millionen Gesichtern, die beispielsweise bei Grenzkontrollen zum Einsatz kommt.


Via: Geek.com

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