Wie groß die Problematik des Plastikmülls in den Ozeanen tatsächlich ist, lässt sich anhand eines einfachen Beispiels verdeutlichen: Jede Minute wächst die Menge an Plastik in den Weltmeeren in etwa um die Ladung eines voll beladenen Mülllasters an. Bereits heute schwimmen rund 51 Billionen Mikropartikel Plastik durch die Ozeane. Die Anzahl liegt damit rund 500 Mal höher als die Zahl der Sterne in unserer Galaxie. Die Vereinten Nationen wollen mit einer gemeinsamen Kraftanstrengung dieses Problem nun aber verstärkt angehen. Im Rahmen des „Economist World Ocean Summit“ in Indonesien wurde daher eine Kampagne namens „Clean Seas“ ins Leben gerufen. Diese soll vor allem Möglichkeiten aufzeigen, wie sowohl Staaten als auch Unternehmen und Einzelpersonen Plastikmüll vermeiden können.


Regierungen, Konzerne und Privatpersonen werden angesprochen

Dafür wird die Weltorganisation mit nationalen Regierungen und Prominenten zusammenarbeiten. Bisher haben sich neben Gastgeber Indonesien beispielsweise auch Frankreich, Belgien und Norwegen zu der Initiative bekannt. Außerdem werden Sänger Jack Johnson und Schauspieler Adrian Greiner Aufmerksamkeit auf die Thematik lenken. Auf der Webseite der Kampagne kann sich zudem jeder darüber informieren, wie er seinen persönlichen Plastikverbrauch reduzieren kann. Dazu gehört beispielsweise die Nutzung von Stofftüten beim Einkaufen und der Verzicht auf Einweggetränkeflaschen. Die Regierungen werden zudem aufgefordert, die Recycling-Infrastruktur weiter auszubauen und in die Erforschung biologisch abbaubarer Alternativverpackungen zu investieren.


Dell verpackt seine Computer mit Plastik auf dem Ozean vor Haiti

Außerdem wird die Kampagne regelmäßig über Fortschritte einzelner Staaten und Unternehmen berichten, die durch bestimmte Maßnahmen die Menge an Plastikmüll signifikant reduzieren konnten. Dies soll dann weitere Akteure inspirieren ebenfalls ähnliche Schritte zu unternehmen. Wie dies aussehen kann, zeigt zu Beginn das Unternehmen Dell. Der Computerhersteller wird zukünftig ein Verfahren nutzen, bei dem Plastik, das in Haiti aus dem Meer gefischt wurde, aufbereitet und dann als Verpackungsmaterial für den Computerversand genutzt wird. Auf diese Weise reduziert der Konzern seinen Bedarf an neu produzierten Plastikverpackungen. Man darf gespannt sein, welche Länder und Unternehmen zukünftig ähnliche Ideen entwickeln und umsetzen werden.

Via: Treehugger

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2 Kommentare

  1. stefane

    28. Februar 2017 at 10:56

    Müllvermeidung ist schön und gut, aber wenn ich mir die Mülltrennung und Entsorgung in den Städten ansehe: Paper + Restmüll wird mir eher Schlecht.

  2. Alexander Trisko

    28. Februar 2017 at 15:34

    Das ist extrem unterschiedlich – hier in Halle wird beispielsweise nach Papier, gelber Sack, Biomüll und Restmüll getrennt.

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