Für ein erfolgsverwöhntes Unternehmen wie Google stellte die Datenbrille Google Glass einen bemerkenswerten Misserfolg dar. Im Jahr 2014 kam sie in den Handel, wurde von den Kunden aber weitgehend verschmäht. Dies dürfte auch mit der in der Bevölkerung weit verbreiteten Skepsis gegenüber Datenbrillen zutun gehabt haben. Seitdem hat das Projekt einige Umstrukturierungen erlebt. So ist die Entwicklung nicht mehr bei Google selbst angesiedelt, sondern in einem anderen Tochterunternehmen von Alphabet namens X. Außerdem hat sich die Zielgruppe verschoben: Statt Privatpersonen sollen nun vor allem Firmen die Datenbrille kaufen. Diese trägt daher nun auch den Namen Glass-Enterprise-Edition. Verkauft wird sie aber nicht von Alphabet selbst, sondern von Partnerunternehmen.


Google Glass
Googles Datenbrille Google Glass

Die Software wird individuell programmiert

Diese entstammen zumeist aus der Softwarebranche und optimieren die Brille für den Einsatz in einer bestimmten Firma. So nutzt beispielsweise der deutsche Paketdienstleister DHL die Datenbrille. Mitarbeiter im Lager müssen so keinen Handscanner mehr nutzen, sondern können den Barcode einfach mit der Brille auslesen. Alle wichtigen Informationen werden dann ebenfalls über die Datenbrille angezeigt. Hat sich diese Vorgehensweise einmal eingespielt,  verläuft das Auslesen des Barcodes deutlich schneller und effizienter als bisher. DHL kauft die Brillen also nicht bei Alphabet, sondern von seinem Softwarepartner. Auf diese Weise entsteht eine enorme Vielfalt an Anwendungsmöglichkeiten, weil bei Bedarf neue Softwarelösungen entwickelt werden können.

Datenbrillen können die Produktivität erhöhen

Aufgrund der jeweils sehr individuellen Nutzung ist es schwierig, die Vorteile durch den Einsatz der Datenbrille allgemein zu beziffern. Eine erste Analyse kam allerdings zu dem Ergebnis, dass bei komplexen Fertigungsprozessen in niedrigen Stückzahlen die Produktivität immerhin um ein Viertel ansteigt. Denkbar ist beispielsweise die Kombination von Datenbrille und 3D-Drucker. Wie viele Exemplare der Glass-Enterprise-Edition bisher verkauft wurden ist noch nicht bekannt. Zumindest konnten aber einige namhafte Firmen als Kunden gewonnen werden. Neben DHL sind dies beispielsweise Volkswagen und General Electric. Langfristig ist zudem denkbar, dass durch den Einsatz in der Industrie auch die Akzeptanz in der Bevölkerung ansteigt. Dann könnte die Datenbrille auch als Gadget für Privatpersonen eine Zukunft haben.


Teile den Artikel oder unterstütze uns mit einer Spende.
PayPal SpendeAmazon Spendenshopping

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.