Es ist Sommer, und das heißt auch: Die Festival-Saison ist im vollen Gange. Und wer nicht gerade ein eingefleischter Festivalgänger mit voller Ausrüstung ist, der kauft vor dem Festival noch schnell ein billiges Zelt. Das hat den großen Vorteil, dass es nach dem Event nicht mitgenommen werden muss, sondern einfach auf dem Zeltplatz gelassen kann. Dementsprechend sehen die Zeltplätze der großen Festivals nach dem Ende der Veranstaltung dann auch gerne aus: Eine Wüste aus Zeltgestängen und -planen. Ein Startup hat für dieses Problem nun eine Lösung entwickelt: Ein kompostierbares Zelt.


Bild: Comp-A-Tent
Bild: Comp-A-Tent

Zelt aus Biokunststoff

Allein nach dem britischen Glastonbury-Festival, das eines der größten Musikfestivals der Welt ist, bleiben Jahr für Jahr bis zu 20.000 Zelte zurück. Das ist eine Menge Müll, der fachgerecht entsorgt werden muss. Das Comp-A-Tent vereinfacht diese Aufgabe erheblich. Seine Planen bestehen aus Biokunststoffen, die Zeltstangen aus Papier und der Kleber, der die Zeltstangen zusammenhält, aus Bestandteilen von Milch. 120 Tage dauert es, bis sich das Zelt in einer Kompostieranlage zersetzt hat. Auch bei der Herstellung haben die Macher darauf geachtet, dass diese möglichst klimaneutral ist.

Eine junge Festival-Fanatikerin erfand das Comp-A-Tent

Hinter dem Comp-A-Tent steckt die 23-jährige Amanda Campbell, die als passionierte Festivalgängerin bereits öfter als Helferin beim Aufräumen nach dem Event mitgeholfen hat. Das erste Comp-A-Tent war aus Pappe, was allerdings dazu führte, dass das Zelt zu schwer war. Doch als sie stattdessen einen leichten und vollständig kompostierbaren Biokunststoff verwendete, war das perfekte Festivalzelt geboren.


Das Comp-A-Tent gewann bereits einen Ideenwettbewerb am University College London, was Campbell das nötige Kapital verschaffte, um ihre Erfindung patentieren und das Unternehmen Comp-A-Tent gründen zu können.

Crowdfunding für 2017 geplant

Zu kaufen gibt es das Comp-A-Tent leider noch nicht. Campbell und ihr Geschäftspartner suchen momentan nach Investoren und rufen Unterstützer zu spenden auf. Amanda Campbell wird das Kompost-Zelt dieses Jahr jedoch auf sieben englischen Festivals ausprobieren und fleißig Feedback sammeln. Spätestens 2017 soll dann eine Crowdfundig-Kampagne an den Start gehen.

Festivals sind nicht der einzige Einsatzbereich, in dem das Comp-A-Tent verwendet werden könnte Auch für das Militär und für Flüchtlinge könnte das Projekt interessant werden. Außerdem spekuliert die Erfinderin darauf, dass die mit Hilfe erneuerbaren Energien hergestellten Biokunststoffe günstiger werden, damit das Comp-A-Tent preislich mit herkömmlichen Einweg-Zelten konkurrieren kann.

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