Die internationale Schifffahrtsorganisation IMO hat im April erstmals konkrete Ziele in Sachen Klimaschutz beschlossen. Demnach sollen die Emissionen im weltweiten Containerverkehr bis zum Jahr 2050 um die Hälfte sinken. Bisher allerdings wurden die ambitionierten Ziele noch nicht mit konkreten Maßnahmen unterlegt. In wenigen Tagen trifft sich daher der Umweltausschuss der IMO, um über verschiedene Wege zu beraten, mit denen die Zielmarke erreicht werden könnte. Ein Zusammenschluss internationaler Umweltschutzorganisationen namens Clean Shipping Coalition (CSC) hat in diesem Zusammenhang nun einen interessanten Vorschlag gemacht: Eine Höchstgeschwindigkeit für Containerschiffe könnte die Emissionen innerhalb einer relativ kurzen Zeitspanne um immerhin ein Drittel senken. Dies entspricht in etwa dem Ausstoß von 82 Kohlekraftwerken.


Foto: By Buonasera [CC BY-SA 3.0 (http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0)], via Wikimedia Commons

Die wirtschaftlichen Kosten sind zu verkraften

Die CSC besitzt im Rahmen der IMO einen offiziellen Beraterstatus. Dies hat den Vorteil, dass der Vorschlag zur Geschwindigkeitsbegrenzung ebenso diskutiert werden muss wie die Ideen der einzelnen Mitgliedsstaaten. Durchgerechnet haben die Umweltschützer den Plan ebenfalls schon. Demnach würden sich die Transportzeiten zwar verlängern, die wirtschaftlichen Kosten wären aber dennoch zu verkraften. Verglichen mit anderen Maßnahmen könnte es sich daher sogar um eine der preiswertesten Möglichkeiten zur Reduzierung des CO2-Ausstoßes handeln. Dies liegt vor allem daran, dass Waren, die möglichst schnell am Zielort ankommen müssen, ohnehin zumeist mit dem Flugzeug transportiert werden. Die per Containerschiff transportierte Ware muss daher nicht mit Höchstgeschwindigkeit über die Weltmeere gefahren werden. Zumal eine internationale Vorschrift ohnehin alle Reedereien betreffen würde.

Der Druck der Zivilgesellschaft sorgt für freiwillige Verpflichtungen

In der Vergangenheit war die internationale Seeschifffahrt von den Klimaschutzbemühungen der Weltgemeinschaft weitgehend ausgenommen. Dies hatte vor allem rechtliche Gründe. Inzwischen hat der Druck der Zivilgesellschaft aber dafür gesorgt, dass in der Branche ein Umdenken eingesetzt hat. Schon vor einiger Zeit wurde daher beschlossen, dass Containerriesen und Kreuzfahrtschiffe ab dem Jahr 2020 kein extrem umweltschädliches Schweröl mehr verfeuern dürfen. Einzelne Länder haben zudem zusätzliche Vorschriften erlassen. So dürfen bestimmte Fjorde in Norwegen nur noch mit modernen Kreuzfahrtschiffen angefahren werden. Die nun angedachte Geschwindigkeitsbegrenzung könnte auf vergleichsweise einfache Art und Weise dazu beitragen, die Belastung für Klima und Umwelt durch die Schifffahrt weiter zu reduzieren.


Via: Clean Shipping

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