Für viele Experten steht fest: Zukünftig wird ein nicht unerheblicher Teil der Wirtschaftsleistung von Algorithmen und künstlicher Intelligenz erbracht. Deutschland scheint auf diesem Gebiet bisher aber noch nicht besonders gut aufgestellt zu sein. Tatsächlich werden diese Themen medial vor allem mit den großen US-Firmen wie Google, Facebook oder Amazon in Verbindung gebracht. Doch ein Mittelständler aus dem rheinischen Langenfeld zeigt, dass es auch hierzulande durchaus bereits Erfolgsgeschichten in Sachen künstlicher Intelligenz gibt. Denn das Unternehmen Control Expert hat einen Algorithmus entwickelt, der auf Fotos die Schäden an Unfallautos beurteilen kann. Die Fähigkeiten des Systems sind dabei zwar auf eine Nische beschränkt. In dieser schlägt der selbst entwickelte Algorithmus aber selbst die entsprechenden Google-Entwicklungen.


Der Fahrzeugschein stellt Algorithmen vor große Herausforderungen

Ein Beispiel: Um einen bestimmten Schadensfall zu bearbeiten, muss zunächst die Identifizierungsnummer aus dem Fahrzeugschein ausgelesen werden. Grundsätzlich sollte dies kein Problem sein. Allerdings gehen die meisten Fahrzeughalter nicht besonders pfleglich mit den Papieren um. Diese ähneln daher oftmals historischen Dokumenten. Die bisher zur Verfügung stehenden Google-Algorithmen waren daher nicht in der Lage, die gewünschten Daten zu erfassen. Bei Control Expert wurde deshalb eine eigene künstliche Intelligenz entwickelt, die genau dies kann – und damit die Arbeit der Sachbearbeiter deutlich vereinfacht. Hier zeigt sich also: Durch die Konzentration auf eine bestimmte Nische können es deutsche Unternehmen durchaus auch mit den großen Namen der Branche aufnehmen. Zumal die Algorithmen von Control Expert noch deutlich mehr können.


Zahlreiche Versicherungen nutzen die Technologie bereits

So benötigt die Software lediglich noch mindestens vier Fotos eines Unfallautos und kann dann die entsprechenden Schäden berechnen. Vorgänge die früher teilweise mehrere Wochen in Anspruch nahmen, dauern dadurch jetzt nur noch wenige Minuten. Möglich wurde dies, weil die künstliche Intelligenz massiv mit Daten aus der Vergangenheit trainiert wurde. Immerhin rund zwanzig Versicherungen aus 16 Ländern nutzen die Technologie bereits. Teilweise allerdings noch mit etwas merkwürdigen Einschränkungen: Weil befürchtet wird, dass Kunden ein Ergebnis nach wenigen Minuten für nicht seriös halten, warten einige Versicherer schlicht anderthalb Stunden bis sie die Analyse weiterschicken. Vollständig ersetzt werden kann der menschliche Mitarbeiter allerdings noch nicht. Denn der Algorithmus ist zwar in der Lage, zwischen 80 und 90 Prozent der eingehenden Schadensmeldungen zu bearbeiten. Für die restlichen Fälle wird dann allerdings doch noch ein menschlicher Blick benötigt.

Via: Wiwo

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