Kommentar. Costa Rica ist kein großer Staat, dafür aber ein sehr, sehr reicher. Allerdings nicht an Geld, sondern an Biodiversität und landschaftlicher Schönheit. All diese verschwenderische Pracht war vor kurzem fast dahin, drei Viertel des Waldes waren abgeholzt, die heimische Landschaft dem Profit geopfert. Vor einigen Jahren erfolgte die krasse Umkehr — und das Paradies erblüht erneut.


Von Hph, CC BY-SA 3.0, Link

Der Raubbau machte sich schnell bemerkbar

Früher war Wald einfach gleich Holz – und Holz wiederum gleich Gewinn. Bäume wurden massenhaft verramscht, auf den gerodeten Flächen Ackerbau und Viehzucht betrieben. Costa Rica ist nur wenig größer als die Schweiz, darum machte sich der Raubbau an der Natur schnell bemerkbar, was offensichtlich in diesem Fall als echter Augenöffner wirkte. Mittlerweile hat es der Mini-Staat geschafft, wieder die Hälfte des Landes mit Wald zu bepflanzen, wo sich nun wieder Faultiere, Aras und Tukane tummeln. Doch auch die Touristen, die sich in diese exotische Pracht verliebt haben, mussten ausgebremst werden. Teilweise schloss das Land ganze Nationalparks wegen des zu großen Ansturms, nun erfolgt ein konsequentes Umsteuern in Richtung Öko-Tourismus.

Schon 1996 trat ein Gesetz gegen Abholung in Kraft

Die Nachhaltigkeit wurde zu einem der wichtigsten Leitsätze Costa Ricas. Das Land will schon bis zum Jahr 2021 seine Klimaneutralität erreichen und hat entsprechend alle Hebel in Bewegung gesetzt. Die neu gepflanzten Teakholz-Bäume dürfen erst dann gefällt werden, wenn sie vollständig ausgewachsen sind, aber nur, wenn die Genehmigung dafür vorliegt. Das Gesetz gegen Abholzung aus dem Jahr 1996 rettete schon zahlreiche Waldflächen. Und das Geld, das die fehlende Armee einspart, wird kräftig in Bildung investiert, unter anderem, um die jungen Menschen über Umwelt- und Naturschutz aufzuklären.


Wer in Costa Rica unachtsam seinen Abfall auf den Weg schmeißt, der muss umgerechnet bis zu 260 Euro bezahlen. Die alternativen Energien werden tatkräftig ausgebaut, vor allem die Thermalenergie steht in dem vulkanreichen Land hoch im Kurs. Seit diesem Sommer gibt es in den Supermärkten keine Plastiktüten mehr, ganz selbstverständlich. So könnte die Liste immer weitergehen, doch kommen wir zum kurzen aber prägnanten Fazit: Dieses Umdenken entfaltet eine Wucht, die beeindruckend ist und Menschen auf der ganzen Erde inspiriert!

Quelle: nationalgeographic.de

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