Der Bitcoin hatte zuletzt mit verschiedenen Negativschlagzeilen zu kämpfen. Eine davon: Während des Mining-Vorgangs wird zu viel Energie verbraucht. Tatsächlich sind die Bitcoin-Schürfer für in etwa den gleichen Energieverbrauch verantwortlich wie ganz Dänemark. Viele alternative Cryptowährungen setzen daher auf weniger stromintensive Ansätze. Der Mining-Prozess läuft dann zumeist über die Grafikprozessoren ab. So kann etwa der Ethereum Coin mit einer handelsüblichen Grafikkarte geschürft werden – was bei der aktuellen Preisentwicklung durchaus lukrativ ist. Für andere Nutzer wird dies allerdings inzwischen zum Problem. Denn die Nachfrage nach hochwertigen Grafikkarten übersteigt das Angebot bereits seit einiger Zeit deutlich. Diese Erfahrung machen momentan auch viele Computerspieler: Selbst gebrauchte Karten sind inzwischen deutlich teurer als noch vor etwa einem Jahr.


Bild: Ethereum Project

Die Hersteller mussten einige Bestellungen schlicht ablehnen

Aber auch in anderen Bereichen führt die starke Nachfrage durch das Crypto-Mining inzwischen zu Problemen. So wollte das „Berkeley Seti Research Center“ zwei Teleskope in den USA und Australien mit Grafikprozessoren ausstatten – konnte auf dem freien Markt aber schlicht keine mehr bekommen. Obwohl ausreichend Geld vorhanden war, winkten die Hersteller ab: Die Lager seien schlicht leer. Andere Forschungseinrichtungen wurden zwar zumindest beliefert, mussten dafür aber deutlich mehr zahlen als ursprünglich kalkuliert. Was unangenehme Folgen haben kann. Das Hera-Teleskop in Südafrika etwa musste auf Gelder zurückgreifen, die nun in den nächsten Jahren fehlen könnten. Ähnliche Berichte sind von Teleskopen und Forschungsstationen aus aller Welt zu hören. Einige Experten befürchten daher sogar, dass die Suche nach außerirdischem Leben zukünftig schlicht zu teuer werden könnte.

Wie lange wird der Mangel noch anhalten?

Benötigt werden die Grafikprozessoren, um möglichst viele Frequenzbereiche auf Signale außerirdischen Lebens zu überwachen. Der größte Albtraum der Forscher besteht nämlich darin, dass eines Tages tatsächlich mal ein entsprechender Hinweis übertragen werden könnte – dieser aber nicht rechtzeitig oder gar nicht erkannt wird. Diese Gefahr vergrößert sich durch den Crypto-Boom und die damit einhergehende Grafikkarten-Knappheit noch einmal deutlich. Allerdings ist noch unklar, wie lange die aktuelle Problematik anhalten wird. Denn zum einen werden die Hersteller auf die Knappheit reagieren. So wurden tatsächlich bereits spezielle Grafikkarten für das Crypto-Mining entwickelt. Außerdem ist es durchaus möglich, dass die Preise für Cryptowährungen wieder so weit sinken, dass sich das Mining nicht mehr lohnt.

Via: Engadget


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