Alle vier Jahre während der Olympischen Winterspiele erfreut sich Curling einer erstaunlich großen Beliebtheit beim deutschen Publikum. Besonders rasant ist der Sport allerdings nicht. Dafür kommt er aber mit einer großen strategischen Tiefe daher. Beobachter sprechen deshalb auch von Schach auf dem Eis. Wissenschaftler in Südkorea haben dies nun als Herausforderung begriffen und einen Roboter entwickelt, der Curling spielen kann. Allerdings kann Curly nur die Steine spielen, das obligatorische Wischen auf der Eisbahn müssen auch weiterhin menschliche Mitspieler übernehmen. Seine Aufgabe erledigt der Roboter aktuell bereits gant passabel: Er spielt auf dem Niveau eines sehr starken Amateurs. Die Cracks bei den Olympischen Spielen in Pyeongchang hatten allerdings noch einmal eine ganz andere Klasse.


© Korea University

Curling ist eine Herausforderung für das maschinelle Lernen

Tatsächlich handelt es sich bei der Entwicklung von Curly nicht um ein reines Liebhaberprojekt. Vielmehr eignet sich Curling bestens, um verschiedene Aspekte des maschinellen Lernens und der künstlichen Intelligenz zu erproben. Denn grundsätzlich ist es natürlich kein Problem einen Roboter zu entwickeln, der Steine über eine bestimmte Distanz schiebt. Verkompliziert wird die Angelegenheit allerdings durch zwei Faktoren: Die bereits auf dem Feld liegenden Steine und die aus Eis bestehende Spielbahn, die für beständig wechselnde Bedingungen sorgt. Für die künstliche Intelligenz bedeutet dies: Die Analyse muss laufend an die neuen Ereignisse angepasst werden. Außerdem kann nur bedingt auf Daten aus der Vergangenheit zurückgegriffen werden. All dies sorgt dafür, dass Curly gegen die weltbesten menschlichen Spieler noch keine Chance hat.

Südkorea setzt traditionell sehr stark auf Roboter

Erstmals der Öffentlichkeit präsentiert wurde der kleine Sportroboter im Rahmen der Paralympischen Winterspiele, die aktuell ebenfalls in Pyeongchang stattfinden. Die Organisatoren dort stellten ohnehin regelmäßig eine hohe Affinität zu Robotern unter Beweis. So wurde die olympische Fackel beispielsweise eine kurze Strecke von dem humanoiden Roboter Hubo getragen. Andere Roboter wiederum stürzten sich mutig die Skipisten hinab. Südkorea hat die Winterspiele also auch genutzt, um auf die Fähigkeiten des Landes im Bereich der Robotik hinzuweisen. Auch Curly wurde daher mit Mitteln des Wissenschaftsministeriums entwickelt. Völlig überraschend ist die Expertise der Südkoreaner in diesem Bereich nicht. Immerhin liegt das Land mit 631 Robotern pro 10.000 Arbeitern in Sachen Roboterdichte weltweit an der Spitze.

Via: TU Berlin


Teile den Artikel oder unterstütze uns mit einer Spende.
PayPal SpendeAmazon Spendenshopping

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.