Die Jahre 2011 und 2012 waren für die Solarbranche hierzulande paradiesische Zeiten. Motiviert durch hohe und langfristig zugesagte Einspeisevergütungen, entschieden sich zahlreiche Privatleute und Firmen für die Installation von Photovoltaikanlagen. Schon bald zeigte sich aber, dass es sich keineswegs um einen selbsttragenden Aufschwung handelte. Denn als die Politik begann, die Förderung zu drosseln, stoppte auch der Ausbau der Solarenergie abrupt ab. Zahlreiche Solarfirmen rutschten dadurch in die Insolvenz, sodass etwa im einst gefeierten Solar Valley in Sachsen-Anhalt heute kaum noch Leute beschäftigt sind. Doch es gibt Hoffnung auf bessere Zeiten. Denn seit rund einem Jahr wächst der Markt in Deutschland wieder. So wurden im ersten Halbjahr insgesamt 35.000 neue Anlagen installiert – und damit rund 50 Prozent mehr als ein Jahr zuvor.


Die nötigen Anfangsinvestitionen sind massiv gesunken

Dafür verantwortlich ist diesmal nicht die staatliche Einspeisevergütung. Diese wurde seit den Boom-Jahren von 30 Cent auf nur noch 12 Cent pro Kilowattstunde gesenkt. Stattdessen sorgen vor allem zwei Faktoren für die neue deutsche Lust am Solarstrom: Zum einen sind die Kosten durch die technologische Entwicklung massiv gesunken. Mussten früher oftmals mehrere zehntausend Euro investiert werden, gibt es heute schon Systeme für um die 5.000 Euro. Niedrigere Anfangsinvestitionen sorgen dafür, dass mehr Leute potentiell für eine Solaranlage in Frage kommen. Außerdem sind die Speicherlösungen für den selbst produzierten Strom in den letzten Jahren deutlich besser geworden. Dadurch kann mehr Strom direkt vor Ort verbraucht werden als in der Vergangenheit. Als Faustregel gilt: Je mehr Strom selbst genutzt wird, desto eher rentiert sich eine Solaranlage auf dem Dach.


Lukrativ ist vor allem der selbst verbrauchte Solarstrom

Dies hängt mit der reduzierten Einspeisevergütung zusammen. Denn die Kosten für die Produktion von Solarstrom in Privathaushalten liegen bei 9 bis 11 Cent pro Kilowattstunde. Bei einer garantierten Vergütung von 12 Cent bleibt also durchaus noch ein konstanter Gewinn – der aber deutlich niedriger ausfällt als in der Vergangenheit. Strom vom Netzbetreiber zu beziehen, kostet aktuell allerdings etwa 26 Cent pro Kilowattstunde. Wer stattdessen seinen eigenen Solarstrom nutzt, kommt somit rein rechnerisch auf einen deutlich höheren Gewinn als bei der Vermarktung über das Stromnetz. Es ist somit kein Zufall, dass inzwischen jede zweite Solaranlage mit dazugehörigem Stromspeicher verkauft wird. Experten haben ausgerechnet, dass sich damit immerhin eine Rendite im einstelligen Prozentbereich verdienen lässt – was zumindest mehr ist als auf dem Sparbuch.

Via: Die Zeit

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1 Kommentar

  1. Der Frager

    22. August 2018 at 12:29

    Ein Boom kommt nicht. China hat die Förderungen ebenfalls zurückgedreht. Die Händler dort sitzen auf Bergen von Panellen, die sie nicht losbekommen. Der Markt wird von günstigen Anbietern von dort nun überschwemmt werden.

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