Moderne Passagiermaschinen fliegen nahezu von alleine. Der Job des Piloten beschränkt sich, was die tatsächliche Bedienung des Flugzeugs angeht, vor allem im Reiseflug auf das Betätigen von ein paar Knöpfen. Anders sieht es bei der Landung und dem Start aus. Auch hier läuft vieles automatisiert ab, aber ganz ohne Eingriff der Piloten geht es nicht. Natürlich kann sowohl Start als auch Landung komplett von Hand geflogen werden. Dass in Zukunft auch automatisierte Landungen möglich sind, zeigt ein Roboter des Aircrew Labor In-Cockpit Automation System (ALIAS) der Defense Advanced Research Agency (DARPA) des US-Verteidigungsministeriums, als er in einem Simulator eine Boeing 737 einwandfrei auf die Landebahn setzt.


Bild: Aurora

Landung mit einem Arm

Die Landung des Roboters war eines von mehreren Flugmanövern, die dieser in dem Simulator zu bewältigen hatte. Ziel des ALIAS-Programms ist es, ein System zu entwickeln, mit dem sich auch bereits im Einsatz befindende Flugzeuge günstig auf automatischen Betrieb umgerüstet werden könnten. Die DARPA möchte damit dem Problem immer komplexer werdender Flugzeuge begegnen. Typenumschulungen für Piloten werden immer umfangreicher, und der Entscheidungsdruck in Stresssituationen kann enorm werden und schnell zu Fehlentscheidungen führen. Zwar gibt es bereits sehr weit entwickelte Autopiloten-Systeme, aber um diese zu installieren muss das betreffende Flugzeug komplett umgerüstet werden.

Der Roboter hat einen einzelnen Arm, mit denen er alle Bedienelemente im Simulator-Cockpit, das einem echten 737-Cockpit nachgebildet ist, erreichen kann. Der ALIAS-Roboter kann einfach in das Cockpit eingefügt werden – egal ob es sich um eine einmotorige Cessna oder einen B-52-Bomber handelt.


ALIAS soll den Piloten nicht ersetzen, sondern unterstützen

Momentan wird der Roboter noch darauf ausgelegt, als Copilot zu fungieren. Nachdem er im Cockpit installiert wurde, analysiert er dieses automatisch und ist dann in der Lage, diese Aufgabe zu übernehmen.

Neben dem Roboterarm umfasst das ALIAS-System ein modernes Tablet-Interface mit Spracherkennung und Machine Learning. Es ist geplant, eine alternative Version ohne Roboterarm zu entwickeln, die den Piloten bei der Überwachung des Flugzeugs unterstützt.

ALIAS soll in der Lage sein, ein Cockpit innerhalb von einem Monat zu analysieren und dem Piloten Schritt für Schritt mehr Aufgaben abnehmen zu können. Letztendlich soll ALIAS es ermöglichen sein, dass der Pilot sich auf wichtige Entscheidungen konzentriert und im Falle eines Notfalls nicht zu abgelenkt ist. Außerdem soll ALIAS zur Personalreduzierung beitragen.

Erfolgreiche Tests in mehreren Simulatoren

Für den Test von ALIAS wurde ein BOEING-737-800NG-Simulator des John A. Volpe National Transportation Systems Center vom Department of Transportation in Cambridge verwendet. ALIAS konnte sich bisher im simulierten Cockpit einer Cessna 208 Caravan, eines UH-1 Iroquois, einer DHC-2 Beaver sowie einer Diamond DA42 mit zwei Motoren beweisen.

„Having successfully demonstrated on a variety of aircraft, ALIAS has proven its versatile automated flight capabilities. As we move towards fully automated flight from take-off to landing, we can reliably say that we have developed an automation system that enables significant reduction of crew workload“, so John Wissler von Aurora Flight Science, der Firma, die hinter der Entwicklung des Roboters steht.

via Aurora

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