Die Forstbehörden in den Vereinigten Staaten sind mit einer erschreckenden Schätzung an die Öffentlichkeit gegangen. Demnach hat sich die Zahl der Bäume in bewohnten Gebieten in den Jahren 2009 bis 2014 um jährlich 36 Millionen Exemplare verringert. Die Problematik ist von Distrikt zu Distrikt naturgemäß sehr unterschiedlich ausgeprägt. Betrachtet man aber die einzelnen Bundesstaaten, ergibt sich fast flächendeckend das selbe Bild: Die Zahl der Bäume in den Städten und Gemeinden ist stark rückläufig. Wieso dies so ist, zeigt ein Blick auf die Statistik. Demnach sind die begrünten Flächen fast genau in dem Maße zurück gegangen, wie neue bebaute und versiegelte Gebiete entstanden sind. Dies können Neubaugebiete sein, aber auch Straßen oder Parkplätze.


Städtische Bäume bringen einen Mehrwert von 18 Milliarden Dollar

Im Einzelfall wurden wahrscheinlich jeweils gar nicht so viele Bäume gefällt. Landesweit kommt auf diese Weise aber dennoch eine extrem hohe Zahl zustande. Ärgerlich ist dies nicht nur für Personen, die innerhalb der Städte ein bisschen Schatten suchen. Vielmehr liefern die Bäume in den bewohnten Gebieten auch einen handfesten ökonomischen Mehrwert – etwa indem sie die Luftverschmutzung reduzieren, Klimagase aus der Luft filtern und die Umgebung kühlen. Schätzungen beziffern diese Leistungen auf einen Gegenwert von rund 18 Milliarden Dollar jährlich. Die Kosten, die im Umkehrschluss durch den Wegfall der Bäume entstehen, werden bei der Kalkulation von Bauprojekten aber nicht mit eingepreist. Dies wiederum sorgt dafür, dass im Zweifel das Fällen als nicht so großes Problem angesehen wird.

Bäume wachsen teilweise mehrere Jahrzehnte

Die Veröffentlichung der Zahlen durch die Behörden ist daher auch ein Versuch, neue Aufmerksamkeit auf das Problem zu lenken. „Städtische Bäume sind eine wichtige Ressource“, erklärt beispielsweise der Co-Autor der Studie Dave Nowak. Er fordert daher, dass Städteplaner und Architekten ein besseres Verständnis für die Bedeutung der Bäume entwickeln und gemeinsam mit Naturschützern nach Lösungen suchen, um die Begrünung auch für zukünftige Generationen zu erhalten. Denn eins ist klar: Ist ein Baum erst einmal gefällt, kann zwar vergleichsweise einfach ein neuer gepflanzt werden. Bis dieser aber die Größe und Leistungsfähigkeit des Vorgängers erreicht hat, können teilweise Jahrzehnte vergehen. Besser ist es daher, die bestehenden Bestände zu erhalten.


Via: Treehugger

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