Wenn Ärzte in einer Studie herausfinden wollen, ob die DASH-Diät wirkt, sind sie auf die Ehrlichkeit der Probanden angewiesen. Wenn sie sich zwischenzeitlich mit Süßigkeiten vollstopfen und dem Arzt treuherzig versichern, sie hätten vor allem Obst und Gemüse gegessen, muss der ihnen glauben. Einen Zusammenhang zwischen DASH und der Senkung des Bluthochdrucks – das ist das Ziel der Diät – kann er deshalb nicht korrekt feststellen.


Blutstropfen

Abbauprodukte von Speisen im Blut

Künftig doch. Wer schummelt wird künftig per Bluttest überführt. DASH bedeutet, auf Süßigkeiten, Salz und rotes Fleisch zu verzichten. Der Schwerpunkt sollte bei Obst und Gemüse liegen. Was ein Proband verspeist spiegelt sich in seinem Blut wieder, haben Forscher der Johns Hopkins Bloomberg School of Public Health in Baltimore im US-Bundesstaat Maryland herausgefunden. Im Blut befindet sich eine Mischung aus Metaboliten, das sind sogenannte Stoffwechselprodukte, die entstehen, wenn Nahrung verdaut wird. Diese Mischung ist charakteristisch für den jeweiligen Speiseplan. Ein Team um Casey M. Rebholz, Assistenzprofessorin für Epidemiologie, ermittelte bei 329 Probanden, die die DASH-Diät einhielten, die verräterischen Spuren im Blut, um Fette, Aminosäuren und zahlreiche andere Biomoleküle. Insgesamt waren es 97, deren Anteile unterschiedlich zu denen im Blut einer Kontrollgruppe waren, die keine Diät hielt. Um sicherzugehen verglichen sie die erste Gruppe noch mit einer dritten, die ausschließlich Obst und Gemüse zu sich nahm, auf helles Fleisch also verzichtete. Da gab es noch 67 Metaboliten in charakteristischen Zusammensetzungen.


Jeder vierte Mensch hat Bluthochdruck

„Wir können diese Biomarker jetzt nutzen, um die Einhaltung der Diätvorschriften in kommenden Studien zweifelsfrei zu überprüfen“, sagt Rebholz. Künftig sei es sogar möglich, dass Hausärzte diese Möglichkeit bekommen. Dazu ist es allerdings nötig, die für die Essgewohnheiten charakteristischsten Metabolit-Zusammensetzung herauszufinden. Jedesmal 97 oder auch 67 Biomoleküle nachzuweisen wäre zu aufwändig. Die DASH-Diät, konsequent angewandt, gilt als aussichtsreiche Methode, den Blutdruck zu senken, sodass der Patient mit weniger Medikamenten oder sogar ohne auskommen kann. Bisher haben Ärzte praktisch keine Möglichkeit zu kontrollieren, ob ihre Patienten schummeln. Bluthochdruck ist eine sehr weit verbreitete Krankheit, die zu vorzeitigem Tod führen kann. Welweit sind 25 Prozent der Menschen betroffen, in Deutschland sind es mehr als 20 Prozent.

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