In ein paar Jahren kann sich jedermann auf dem Grund des berüchtigten Bermuda-Dreiecks umschauen, ohne dabei nass zu werden. Ein Team von Ingenieuren, Archäologen und Wissenschaftlern anderer Disziplinen haben das Projekt „Bermuda 100 Challenge“ angeschoben, dessen Ziel es ist, alles, was sich auf dem Meeresgrund befindet, sichtbar zu machen. Dort liegen mehr als 300 Schiffe, die auf der Fahrt von Südamerika zur iberischen Halbinsel – oder umgekehrt – nach Nordamerika auf meist geheimnisvolle Art gesunken sind. 100 davon sollen digitalisiert werden. Florida, die Bermudas und Puerto Rico sind die Eckpunkte des Bermuda-Dreiecks.


Drei Schiffe sind bereits online

Das Forscherteam der University of California in San Diego arbeitet mit der Regierung des britischen Überseegebiets Bermuda und anderen Partnern zusammen. Die Wissenschaftler dokumentieren die Fundstücke mit Unterwasserkameras. Das soll ohne Beeinträchtigung des Ökosystems geschehen. Aus den Bildern lassen sie dreidimensionale Modelle errechnen. Die Inselzeitung „The Royal Gazette“ spricht von einem „bahnbrechenden Projekt, Bermudas versunkene Schätze zu digitalisieren“. Drei dieser Schätze lassen sich bereits heute auf der Homepage bewundern, darunter ein interaktives Bild der „Mary Celestia“, die 1864 sank, als sie die Aufgabe hatte, während des amerikanischen Bürgerkriegs den Nachschub der Konföderierten zu blockieren.


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Dokumentation der marinen Umwelt

„Das Wort Schiffswrack erweckte in mir den zwölfjährigen Buben“, schmunzelte Professor Falko Kuester bei der Vorstellung der ersten digitalisierten Schiffe. Allerdings beschränkt sich das Projekt nicht darauf allein. Wichtig sei es, die maritime Umwelt zu dokumentieren, um auf lange Sicht Veränderungen aufgrund des Klimawandels erkennen zu können. Bermuda ist von gewaltigen Korallenriffen umgeben, die die Inselgruppe vor den Gewalten des Meeres schützen. Es sind die nördlichsten der Welt. Überleben können sie wegen der Wärme des Golfstroms. Bisher zeigen sich die Korallen unbeeindruckt vom Klimawandel. Wegen menschlicher Einflüsse und zunehmender Extremwetterlagen werde es große Veränderungen geben, warnt Kuster.

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