Der Börsengang des Musikstreamingdienstes Spotify kann durchaus als Erfolg gesehen werden. Immerhin lag die Erstnotierung der Aktien deutlich oberhalb des angestrebten Referenzkurses. Anschließend allerdings kam es auch zu ersten Kursverlusten. Ob die Spotify-Aktie tatsächlich ein gutes Investment ist, wird sich ohnehin erst langfristig erweisen. Der erfolgreiche Exit des schwedischen Unternehmens hat allerdings auch für ein deutsches Startup erfreuliche Folgen: Die Gebrauchtwagenplattform Auto 1 kann nun als wertvollstes nicht börsennotiertes Startup in Europa gelten. Bekannt ist die Firma vor allem für die Plattform wirkaufendeinauto.de. Dank eines Investments des japanischen Tech-Unternehmens Softbank in Höhe von 460 Millionen Euro sieht sich die junge Firma zudem in der Lage, zukünftig auch weitere Geschäftsfelder rund um den Autohandel zu erschließen.


Der Firmenwert liegt inzwischen bei 2,9 Milliarden Euro

Nimmt man den von Softbank gezahlten Kaufpreis als Grundlage, ergibt sich für Auto 1 ein Firmenwert von stolzen 2,9 Milliarden Euro. Dahinter verbergen sich auch bereits durchaus beeindruckende Zahlen aus dem operativen Geschäft. So wurden im vergangenen Jahr 420.000 Autos vermittelt, was für einen Umsatz von 2,2 Milliarden Euro sorgte. Besonders erfreulich: Die Einnahmen stiegen deutlich stärker als die Zahl der verkauften Autos. Offenbar gelingt es dem Unternehmen also verstärkt, auch höherpreisige Modelle für die eigene Plattform zu gewinnen. In Deutschland ist das Geschäft zudem bereits seit einiger Zeit profitabel – weltweit allerdings noch nicht. Die Expansion in neue Märkte soll dennoch fortgesetzt werden. Schon im vergangenen Jahr wurden acht neue Märkte in Europa erschlossen. Gründer Christian Bertermann betont zudem, dass das Geschäftsmodell noch ganz am Anfang stehe.

Ausländische Geldgeber kommen immer öfter nach Deutschland

Die Erfolgsgeschichte von Auto 1 zeigt somit, dass es auch in Deutschland möglich ist, international beachtete und erfolgreiche Startups aufzubauen. Das Investment von Softbank ist zudem ein wichtiges Signal: Offenbar haben auch ausländische Geldgeber die deutsche Startup-Szene verstärkt in den Blick genommen. Die Investitionen insgesamt sind allerdings noch ausbaufähig. Einer Studie der Unternehmensberatung EY zufolge flossen insgesamt im vergangenen Jahr 4,3 Milliarden Euro an deutsche Startups. Mit den Summen, die in den Vereinigten Staaten, China oder Israel gezahlt werden, ist dies noch nicht vergleichbar. Darunter leiden vor allem hoch innovative – und daher sehr kapitalintensive – Ansätze. Die Flugzeugpioniere von Lilium Aviation in München sind aber ein gutes Beispiel dafür, dass auch dieses Hindernis überwunden werden kann.


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