Forscher der „University of Toronto“ haben einen speziellen Algorithmus entwickelt, der Gesichter auf Fotos so verändern kann, dass sie anschließend von Menschen zwar noch wiedererkannt werden – von anderen Algorithmen aber nicht mehr eindeutig identifiziert werden können. Eine wichtige Rolle könnte dies vor allem in sozialen Netzwerken spielen. Lange Zeit konnten Fotos dort nur mit menschlicher Hilfe einem bestimmten Account zugeordnet werden. Inzwischen sind die Systeme zur automatischen Gesichtserkennung aber so gut geworden, dass diese Zuordnung auch maschinell erfolgen kann. Aus Sicht des Datenschutzes ist dies aber nicht unproblematisch. Die Forscher in Toronto haben sich daher entschlossen, Feuer mit Feuer zu bekämpfen und gewissermaßen einen Schutz-Algorithmus entwickelt.


Bild: Avishek Bose

Bei Testläufen erwies sich der Schutz als sehr effektiv

Dieser schaut sich an, worauf die künstliche Intelligenz bei der Identifizierung der Gesichter achtet. Dies können ganz kleine Stellen sein – etwa die Ecken der Augen einer Person. Der Schutz-Algorithmus kann nun hingehen und die entsprechende Stelle leicht verändern. Für das menschliche Auge ändert sich dadurch nicht viel und die Person wird noch immer zweifelsfrei erkannt. Die automatische Gesichtserkennung muss hingegen irgendwann aufgeben. Dies stellten die Forscher anhand einer Datenbank mit insgesamt 600 Fotos fest. Ursprünglich konnten dort fast einhundert Prozent der Gesichter durch die künstliche Intelligenz korrekt zugeordnet werden. Nachdem der neu entwickelte Gegen-Algorithmus allerdings seine Arbeit getan hatte, sank der Wert auf 0,5 Prozent. Oder mit anderen Worten: Der allergrößte Teil der Gesichter blieb anonym.

Das Ziel ist eine App für Privatpersonen

Die Hoffnung der Wissenschaftler ist nun, dass sie den Algorithmus in eine App oder eine ähnliche Anwendung integrieren können. Nutzer, die viel Wert auf Datenschutz legen oder aus anderen Gründen nicht von dem automatisierten System erfasst werden möchten, könnten diese dann nutzen, um ihre Bilder vor dem Upload entsprechend zu bearbeiten. Allerdings funktioniert dies natürlich nur bei selbst hoch geladenen Fotos. Auf den Bildern anderer Personen kann das eigene Gesicht dann trotzdem noch zu sehen sein. Wird der Gegen-Algorithmus allerdings konsequent genutzt, fehlt es der automatischen Gesichtserkennung an einer Referenz. Auch dadurch wird dann ein recht umfassender Schutz gewährleistet. Bisher ist aber noch nicht klar, wann tatsächlich ein solches Produkt für Privatpersonen auf den Markt kommen könnte.

Via: New Atlas


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