Biathlon-Wettbewerbe locken tausende Menschen an, in Oberhof beispielsweise. Die Veranstalter können sie künftig vor einer relativ neuartigen Bedrohung schützen: vor Angriffen mit Drohnen. Die können nicht nur Pakete und Pizzen ausliefern, sondern auch Bomben. Die Deutsche Telekom bietet jetzt einen Service zum Aufspüren und Unschädlichmachen derartiger Flugobjekte.


Der Drohnenlenker wird geortet

Die notwendige Technik liefert Dedrone, ein Unternehmen, das in San Francisco und Kassel beheimatet ist. Sensoren erkennen anfliegende Drohnen. Um etwas gegen sie zu unternehmen, müssen die Überwacher den Standort desjenigen ermitteln, der das Gerät lenkt. Diese Ortung ist über die Steuersignale möglich, mit denen die Drohne gelenkt wird. Umgehend werden dann Sicherheitskräfte alarmiert, die den Drohnenlenker überprüfen und gegebenenfalls festnehmen. Gleichzeitig wird die Drohne abgelenkt.


Barak Obamas Konferenzort war gegen Drohnenangriffe geschützt

Wenn höchste Gefahr im Verzug droht, lässt sich die Überwachungselektronik auch nutzen, um die Steuersignale zu stören. Sie lassen sich sogar durch andere Signale überlagern, die das Fluggerät aus der Gefahrenzone lenken. Ein solches Gerät hat das Münchner Unternehmen Rohde & Schwarz entwickelt. Es lässt sich mit dem Dedrone-System kombinieren. In das modulare System können auch Sensoren anderer Hersteller eingebunden werden, unter anderem Radare von Airbus oder Robin Radar oder Mikrofonarrays von Squarehead Technology. „Wir sind davon überzeugt, dass sich insbesondere Rechenzentren, aber auch Großveranstaltungen und Industrieunternehmen, zunehmend vor Drohnen schützen müssen“, sagt Dedrone-Geschäftsführer Ingo Seebach.

Rohde & Schwarz hat seine Technik erstmals im Juni 2015 in Schloss Elmau beim G7-Gipfel eingesetzt. Auch der scheidende US-Präsident Barak Obama genoss diesen Schutz, als er im April 2016 während der Hannover Messe in Hannover im Schloss Herrenhausen politische Gespräche führte.

Dedrone im Video

400.000 Drohnen allein in Deutschland

Die Deutsche Flugsicherung (DFS) geht nach einem Bericht der „Welt am Sonntag“ davon aus, dass es in Deutschland mehr als 400.000 Drohnen gibt. Die meisten gehören Hobbypiloten, unter denen durchaus auch Menschen mit bösen Absichten sein können.

Die Deutsche Telekom hatte Anfang November mehrere Hersteller von Drohnenüberwachungssystemen zum Flugplatz Tannheim südlich von Ulm eingeladen, um die unterschiedlichen Techniken begutachten zu können. Das Dedrone-System ging als Sieger hervor. Eingesetzt wird es bereits routinemäßig im Suffolk County Gefängnis im US-Bundesstaat New York. Mit seiner Hilfe wird der Schmuggel von Drogen, Mobiltelefonen oder gar Waffen unterbunden.

 

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