Die drei Studenten Alexander Kuhr, Christian Janisch und Ingo Mayr-Knoch hatten das Fernbus-Unternehmen DeinBus 2009 gegründet und gelten somit als Pioniere in diesem noch recht jungen Markt. Fernbusse stellen preislich eine attraktive Alternative zur Bahn dar. Wer mögliche Staus in Kauf nehmen möchte, sowieso viel lieber Bus fährt und zudem auch noch Geld sparen möchte, der fährt mit dem Fernbus. Leider scheint das Geschäftsmodell nicht gänzlich auf zu gehen. Nachdem sich der ADAC mit seinen Postbussen bereits langsam aus dem Fernbus-Geschäft zurück zieht, hat neusten Medienberichten zufolge auch DeinBus.de Insolvenz angemeldet.


DeinBus fällt Preiskampf zum Opfer

Obwohl der Lokführerstreik noch einmal für einen Ansturm an Fahrgäste sorgte, ist für den Fernbus-Anbieter DeinBus nun alles vorbei. Schließlich hat das Unternehmen laut einem Bericht der Wirtschaftswoche den Insolvenzantrag bereits beim Amtsgericht Offenbach gestellt. Der vorläufige Insolvenzverwalter Christian Feketija betont, dass der Betrieb jedoch erst einmal weiter laufen soll.


Um das Unternehmen retten zu können, wird ein starker Investor benötigt. Die Bahnstreiks haben zwar kurzzeitig Geld in die Kasse des Fernbus-Anbieters gespült. Auf lange Sicht kann das Unternehmen unter den bisherigen Umständen jedoch nicht weiter existieren. Grund für die Pleite ist der harte Preiskampf unter den Konkurrenten. Des Mitfahrers Freud ist des Anbieters leid. Die Fernbus-Nutzer profitieren von den geringen Fahrpreisen und nehmen dafür auch gern ein bisschen Wartezeit in Kauf. Bei der Deutschen Bahn wartet man ja bekanntlich auch ab und zu eine halbe bis Dreiviertelstunde, wenn der Zug wieder einmal Verspätung hat.

Keine eigenen Fahrzeuge

DeinBus grenzt sich nach wie vor etwas von der Konkurrenz ab. So verfügt das Unternehmen nicht über eine eigene Fahrzeugflotte, sondern verkauft lediglich die Tickets. Mittelständische Busunternehmen übernehmen dabei die Aufgabe des Transports der Passagiere. Bereits 2011 konnten die jungen Gründer von DeinBus einen Sieg gegen die Deutsche Bahn vor Gericht erkämpfen. Mit diesem ebneten sie auch den Weg für den Fernbus-Betrieb.

Die Zukunft der Fernbusse

Die Fernbus-Konkurrenz nimmt stets zu, da immer weitere Unternehmen in den Markt treten. Anfang Oktober kündigte der ADAC an, den eigenen Fernbus-Service zu prüfen und einen Ausstieg in Erwägung zu ziehen, sofern die Zahlen nicht die Erwartungen erfüllen. Der Lokführerstreik kam jedoch auch dem ADAC Postbus zu Gute und sorgte für volle Busse. Die Zukunft der Fernbusse ist bisher noch ungewiss. Denkbar ist allerdings, dass sich eine überschaubare Anzahl von Anbietern durchsetzen und dauerhaft am Markt verweilen wird.

Teile den Artikel oder unterstütze uns mit einer Spende.
PayPal SpendeAmazon Spendenshopping

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.