In der schwedischen Ortschaft Deslbo findet jedes Jahr ein ganz besonderer Wettbewerb statt. Im Rahmen des Delsbo Electric Contest wetteifern Studenten darum, Schienenfahrzeuge mit besonders wenig Energieverbrauch zu präsentieren. Die Rahmenbedingungen sind dabei stets die gleichen: Es müssen sechs Passagiere mit einem Gewicht von jeweils fünfzig Kilogramm über eine Strecke von 3,36 Kilometern transportiert werden. Wie schnell dies passiert, spielt am Ende keine Rolle. Stattdessen wird lediglich die für den Antrieb benötigte Energie gemessen. Den ersten Platz belegt dann das Team, dessen Fahrzeug am wenigsten Strom verbraucht hat. In diesem Jahr war dies – wie auch schon in den Vorjahren – eine Konstruktion namens Eximus IV. Entwickelt wurde sie von einem Team von Studenten der Dalarna Universität und der Chalmers Universität.


Umgerechnet wurden nur 0,34 Liter auf 100 Kilometern verbraucht

Den entscheidenden Vorteil gegenüber der Konkurrenz erhielt Eximus IV vor allem durch zwei Punkte. Zum einen wurden diesmal Leichtbaumaterialien aus dem Flugzeugbau verwendet. Dadurch konnte das Gesamtgewicht stark reduziert werden. Zum anderen wurde das Fahrzeug intensiv im Windkanal getestet. Die dadurch ermöglichten Verbesserungen in Sachen Aerodynamik haben den Energieverbrauch ebenfalls deutlich gesenkt. Letztlich kam das Gewinnerfahrzeug somit auf einen Wert von 0,603 Wattstunden pro Person und Kilometer. Wer mit dieser Angabe nicht viel anfangen kann, dem hilft ein anderer Wert: Umgerechnet entspräche dies einem Verbrauch von 0,34 Litern auf 100 Kilometern. Allerdings kommt diese Zahl mit einer kleinen Einschränkung daher. Hätten die Kinder an Bord nämlich das Fahrrad genommen, wären sie vermutlich eher am Ziel gewesen.


Der Innovationspreis ging an ein schwebendes Fahrzeug

Es handelt sich also um ein speziell für diesen Wettbewerb entwickeltes Schienenfahrzeug und noch nicht um einen serienreifen Prototyp. Neben den Gewinnern sorgte vor allem das Team Levitas von der Chalmers Universität für Aufsehen. Denn die Studenten dort haben ein magnetisches Levitationssystem entwickelt, mit dessen Hilfe das Fahrzeug rund zwei Millimetern über den Schienen schweben konnte. Ganz neu ist diese Idee nicht, das Team hat aber eine Lösung gefunden, die besonders günstig umzusetzen wäre. Der Lohn für die Entwicklungsarbeit: Das Team erhielt den HHK Innovation Award und darf sich Hoffnungen machen, das System zukünftig weiter entwickeln zu können. Vielleicht sieht man eine weiter verbesserte Version dann Ende Mai 2020 bei der nächsten Austragung des Delsbo Electric Contest.

Via: New Atlas

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