Jahrelang mussten sich die Entsorger in Deutschland nicht groß um die immer weiter zunehmenden Mengen an Plastikmüll kümmern.  Denn der Abfall konnte einfach nach China exportiert werden. Dort wurde der Müll teilweise noch von Hand sortiert und dann zu neuen Kunststoffen verarbeitet. Möglich war dies aber nur, weil die Löhne sehr niedrig waren und die Behörden in Sachen Umweltschutzvorschriften nicht so genau hinsahen. Damit ist inzwischen aber Schluss. Denn seit rund anderthalb Jahren hat China den Import des westlichen Plastikmülls fast vollständig beendet. Dieser Schritt brachte sowohl erfreuliche als auch problematische Folgen mit sich. So profitierten auf der einen Seite deutsche Recyclingbetriebe, die nun deutlich mehr Material erhielten. Die Branche boomt daher seitdem.


Plastimüll am Strand des indischen Ozeans. By Hajj0 ms (Own work) [CC BY-SA 3.0 (http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0)], via Wikimedia Commons

Das Signal an die westlichen Regierungen ist eindeutig

Ein nicht unerheblicher Teil der Müllströme wurde aber schlicht in andere asiatische Länder umgeleitet. Dort wird der Müll oftmals auf illegalen Deponien entsorgt oder unter extrem fragwürdigen Bedingungen weiter verarbeitet. Inzwischen haben daher auch andere Staaten in der Region einen Importstopp ausgerufen. Noch einen Schritt weiter geht man nun in Malaysia. Dort hat die Regierung beschlossen, rund 3.000 Tonnen Müll in die Länder zurück zu schicken, wo der Abfall entstanden ist. Dabei handelt es sich allerdings nicht nur um Plastikmüll, sondern auch um Elektroschrott und andere Produkte. Dennoch muss dies als eindeutiges Zeichen angesehen werden, dass die Regierungen in der Region nicht weiter bereit sind, die europäischen Müllprobleme auf Kosten der einheimischen Natur und Umwelt zu lösen.

Ab 2021 gelten neue Regeln für den Export

Zukünftig soll zudem der Export in vielen Ländern erschwert werden. So wurde Mitte Mai das sogenannte Basler Übereinkommen beschlossen. Stolze 187 Länder verpflichten sich darin, ab dem Jahr 2021 keine unsortierten Plastikabfälle mehr ungefragt außer Landes zu schaffen. Stattdessen wird für die Ausfuhr stets eine offizielle Genehmigung beider Regierungen nötig sein. Im Idealfall soll so erreicht werden, dass nur noch Müll exportiert wird, der in den aufnehmenden Staaten auch tatsächlich seriös recycelt werden kann. Die Problemfälle sollen hingegen dort bleiben, wo sie verursacht wurden. In Deutschland dürfte dies bedeuten, dass zukünftig noch mehr Plastikmüll direkt in die Verbrennungsanlage wandert. Zumindest kann so dann noch etwas Wärme gewonnen werden.


Via: CBS

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