Heutzutage hat das Fleisch auf dem Tisch rein optisch kaum noch etwas mit dem Tier zu tun, aus dem es entstanden ist: Die Menschen werden mit dem dahinter stehenden Lebewesen so gut wie gar nicht konfrontiert. Männer und Frauen haben verschiedene Strategien entwickelt, um sich selbst für den Fleischgenuss zu rechtfertigen, doch an einer Stelle erweist sich der Verteidigungswall als brüchig.


Frisch geschlüpft – und völlig hilflos

Auch Männer lassen sich von Babytieren erweichen

Männer tendieren eher dazu, sich als »Ende der Nahrungskette« zu bezeichnen, um damit Ihr Recht auf Fleischgenuss zu begründen. Frauen hingegen benutzen diesen Ausdruck seltener, sie versuchen einfach, nicht an das Leid zu denken, das viele Tiere vor ihrem Tod durchmachen müssen. Ihre Strategie erscheint um einiges brüchiger, denn tatsächlich sind etwa 74 % aller Vegetarier weiblich. Deshalb fielen die Studienergebnisse der britischen Wissenschaftler, die sich in diesem Bereich etwas kundiger machen wollten, auch so überraschend aus: Denn auch Männer offenbarten ihre Schwäche für Babytiere, die ihnen nicht nur sprichwörtlich den Appetit verdarben.

Vor allem Frauen hatten weniger Appetit auf Fleisch

Die Wissenschaftler der Lancaster University und das University Colleges in London luden 781 amerikanische Probanden zum Test ein. Diese erhielten ein Fleischgericht vorgesetzt, stets in Begleitung mit dem Foto eines Tierbabys – oder mit dem Bild eines erwachsenen Tieres. Sie wurden darum gebeten, ihre Zärtlichkeitsgefühle gegenüber dem Tier zu bewerten und danach die Appetitlichkeit des Fleisches auf einer Skala von 0 bis 100. Frauen, die ein Babytierfoto gemeinsam mit Fleisch vorgesetzt bekamen, fanden das Essen durchschnittlich 14 Punkte weniger appetitlich, während der männliche Appetit immerhin noch im 4 Punkte gedämpft war. Beide Geschlechter hatten vorher überwiegend angegeben, dass sie gegenüber Tierbabys eine gewisse moralische Verpflichtung verspürten.


Zärtliche Zuneigung gegenüber einem Tier zu verspüren, dämpft also vor allem bei Frauen die Lust auf Fleisch. Aber auch einige Männer können sich dieser emotionalen Empfindlichkeit nicht erwehren! Studienautor Dr. Jared Piazza vertritt die Ansicht, dass seine Untersuchungen Anlass genug bieten, die menschliche Beziehung zum Tier noch einmal neu zu überdenken.

Quelle: treehugger.com

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