Vor kurzem gelang dem Unternehmen SpaceX ein kleiner Meilenstein in der Raumfahrt: Ein Teil der Falcon–9-Rakete landete nach dem Start sicher wieder auf der Erde. Die Falcon–9-Raketen von SpaceX können wiederverwertet werden und sind daher ein erster Schritt in Richtung des Endes der Einweg-Rakete. Doch nun wurde die Raumfahrt-Community von einer weiteren Nachricht erschüttert: Die NASA gab bekannt, dass die geplanten Mars-Missionen um zwei Jahre nach hinten verschoben wurden.


Probleme mit einem Seismografen

Die Marsmission sollte bereits im nächsten März starten und wurde von der NASA auf den Namen Interior Exploration using Seismic Investigations Geodesy and Heat Transport (InSight) Mission getauft. Ziel der Mission war und ist es, mehr über das Innenleben des roten Planeten herauszufinden. Die Erkenntnisse sollten dazu beitragen, mehr über die Erstehung von steinernen Planeten zu erfahren und so einen grundlegenden Beitrag zum Verständnis von Himmelskörpern im All leisten.


Eines der wichtigsten Instrumente für die Mission ist das Seismic Experiment for Interior Structure. Dabei handelt es sich um ein unfassbar empfindliches Seismometer, das Bewegungen des Untergrundes im atomaren Bereich auffangen kann. Das Instrument ist essentiell für die Mission, und unglücklicherweise lag es an genau diesem Instrument, dass die Mission nun verschoben werden musste.

Die Bedingungen auf dem Mars sind sehr hart und unwirtlich, und um das Seismometer vor äußeren Einflüssen zu schützen muss es in einem perfekten Vakuum aufbewahrt werden. Beim Entwurf der entsprechenden Dichtungen traten leider wiederholt Lecks auf, und es war den Ingenieuren der NASA nicht möglich, ein Vakuum beizubehalten. Weitere Tests ergaben ein grundsätzliches Problem, sodass am heutigen Montag die Entscheidung gefällt wurde, die Mission zu verschieben.

We push the boundaries of space technology with our missions to enable science, but space exploration is unforgiving, and the bottom line is that we’re not ready to launch in the 2016 window. A decision on a path forward will be made in the coming months, but one thing is clear: NASA remains fully committed to the scientific discovery and exploration of Mars”, so John Grunsfeld vom NASA Science Mission Directorate in Washington D.C. in einem Statement.

Position der Planeten sorgt für langen Aufschub

Der Start einer Mission von der Erde aus in Richtung Mars erfordert eine besondere Positionierung der beiden Planeten zueinander. Das bedeutet für die geplante Mission unglücklicherweise, dass sie nicht einfach starten kann, wenn das Instrument repariert und das zugrunde liegende Problem behoben wurde. Die richtige Positionierung von Erde und Mars tritt nur ein paar Wochen alle 26 Monate auf, sodass die Mission um mehr als zwei Jahre verschoben werden muss.

In 2008, we made a difficult, but correct decision to postpone the launch of the Mars Science Laboratory mission for two years to better ensure mission success. The successes of that mission’s rover, Curiosity, have vastly outweighed any disappointment about that delay”, heißt es von Seiten der NASA weiter.

Die NASA hofft, den Fehler an dem essentiellen Seismografen bis zum nächsten Startfenster 2018 beheben zu können. Sollte dies nicht gelingen, muss die Mission bis Anfang der 2020er Jahre verschoben werden.

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