Im nächsten Jahr sollen die ersten Menschen In einer Kapsel durch ein Rohr rasen, in dem der Luftdruck sehr niedrig ist. Das US-Unternehmen Hyperloop Transportation Technologies hat jetzt die erste Kapsel in Originalgröße vorgestellt, die im spanischen Carbures gebaut worden ist. Die Reise für die bis zu 40 Passagiere schon nach 320 Metern zu Ende. So lang ist die Teststrecke, die in der französischen Stadt Toulouse gebaut wird. Auf diesem kurzen Stück wird die Kapsel die für den kommerziellen Einsatz geplante Geschwindigkeit von 1200 Kilometern pro Stunde natürlich nicht erreichen.


Bild: HyperloopTT

Bordbatterien sorgen für autarken Betrieb

Die Hälfte der Kapsel ist für Passagiere eingeplant. Die andere beherbergt die Antriebstechnik. In Schwung gebracht wird die Kapsel von einem Linearmotor, wie er auch beim Transrapid eingesetzt wird, der den Flughafen von Schanghai mit der Stadt verbindet. Anders als dieser Zug, der Strom berührungslos aus einem Spulensystem bezieht, ist Quintero One, wie die Kapsel genannt wird, autark. Die elektrische Energie bezieht sie aus Bordbatterien. Wegen des niedrigen Luftdrucks ist der Stromverbrauch gering.

Quintero One besteht aus kohlenstofffaserverstärktem Kunststoff, einem sehr festen und dennoch leichten Material. Es wird auch im Flugzeugbau benutzt, etwa für Höhen- und Seitenleitwerke. Anders als dort sind in den Kapselmantel Sensoren integriert, die unter anderem Temperatur, Stabiltät und Beschädigungen registrieren, um die Sicherheit zu gewährleisten. Die Hyperloop-Ingenieure nannten es Vibranium. Der Name ist dem Marvel-Comic „Captain America“ entlehnt.


Zweite Teststrecke wird 1000 Meter lang

Mag sein dass Quintero One noch im kommenden Jahr eine längere Strecke zurücklegen kann. Ebenfalls in Toulouse ist eine zweite Teststrecke mit einer Länge von einem Kilometer geplant. Sie soll auf 5,8 Meter hohen Pylonen errichtet werden. Hyperloop ist ein Transportmittel, das sich das Multitalent Elon Musk ausgedacht hat, der Chef des Elektroautoherstellers Tesla und des Raumfahrtunternehmen SpaceX. Es soll vor allem unterirdisch gebaut werden und Passagiere sowie Fracht schneller befördern als Flugzeuge.

Die Kapseln können auf Langstrecken in einem Abstand von 14 Sekunden auf die Reise gehen. Pro Richtung schafft Hyperloop bis zu 164.000 Passagiere, wenn die Kapseln rund um die Uhr in Betrieb sind. 

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1 Kommentar

  1. Joseph Bülhoff

    26. Oktober 2018 at 00:26

    Die Umrüstung der Eisenbahn auf Vakuumtechnik würde viele Verkehrs- und Umweltprobleme lösen. Der Hyperloop von E.Musk eignet sich dafür nicht. Nur in Rad/Schiene-Technik ist die Vakuumbahn bezahlbar und für den Personen- und Güterverkehr gleichermaßen brauchbar. Mehr als etwa 500 Kmh Höchstgeschwindigkeit sind unnötig. Für ca. 10 Millionen €/km könnten Bahnstrecken auf Vakuum umgerüstet werden und hätten dann die Kapazität einer sechsspurigen Autobahn. Anscheinend denkt niemand ernsthaft über dieses Potential nach – ausser mir natürlich.

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