Ein Saunagang belastet den Körper genauso stark wie ein Fünf-Minuten-Training auf dem Ergometer bei einer Leistung zwischen 50 und 100 Watt. In beiden Fällen steigt der Blutdruck moderat an. Sauna tut den Menschen also in jedem Fall gut. Das ist das überraschende Ergebnis einer Studie, die Sascha Ketelhut vom Institut für Sportwissenschaft der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg (MLU) in Zusammenarbeit mit dem Medical Center Berlin (MCB) anfertigte. Bisher ging die Medizin davon aus, dass der Blutdruck beim Saunagang sinkt. Ärzte rieten daher Menschen mit niedrigem Blutdruck die Sauna zu meiden.


19 Freiwillige schwitzten in der Sauna

„Man ging davon aus, dass sich die Körpergefäße durch die Hitze weiten und so der Blutdruck abfällt“, sagt Ketelhut. Für seine Studie rekrutierte Ketelhut 19 Freiwillige und ließ sie 25 Minuten lang in der Sauna schwitzen. In dieser Zeit waren sie an Messgeräte angeschlossen, die regelmäßig Blutdruck und Pulsfrequenz erfassten. Dabei zeigte sich, dass beide Werte während des Saunabesuchs anstiegen. Sie sanken einige Zeit nach dem Saunagang unter das vorher gemessene Ruheniveau.


Mit einigem zeitlichen Abstand verfrachtete Ketelhut die Probanden auf ein Ergometer. Sie begannen mit einer Leistung von 50 Watt. Nach jeweils einer Minute wurde sie um zehn Watt erhöht, bis die 100-Watt-Marke erreicht war. „Dieses Trainingsprogramm entspricht eine Belastungs-EKG“, sagt der Sportwissenschaftler. In beiden Fällen stiegen Blutdruck und Pulsfrequenz in gleichem Maße an.

Saunabesuch ist eine körperliche Anstrengung

Ein Saunabesuch durchaus bedeute also eine gewisse körperliche Belastung. Für Menschen mit einem niedrigen Blutdruck gibt Ketelhut Entwarnung: „Eigentlich kann jeder in die Sauna gehen, der moderate körperliche Belastungen beschwerdefrei toleriert. Nach dem Saunabesuch müssen Menschen mit niedrigem Blutdruck jedoch aufpassen, da dieser dann noch weiter als vor Beginn des Saunaaufenthalts absinken kann.“

Die Beobachtungen decken sich mit anderen Studien, die sich auf die langfristigen Folgen von Saunabesuchen konzentrierten. Danach überwiegen die positiven Effekte für das Herzkreislauf-System. „Ein Saunabesuch ist eine körperliche Belastung“, sagt Ketelhut. „Längerfristig stellen sich dabei auch ähnliche positive Effekte wie beim Sport ein“.

via MLU Halle

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