Das Meer kann völlig unterschiedliche Farben haben, von strahlendem Türkis bis zu schwarzgrau oder diversen Brauntönen: Die Farbe des Wassers ist von mehreren Faktoren wie etwa Sonneneinstrahlung und Anzahl und Art der Planktonorganismen und Schwebstoffe im Wasser abhängig. Forscher haben nun herausgefunden, dass der fortschreitende Klimawandel auch die Farbe der Ozeane verändert.


Bild: NASA Earth Observatory

Plankton sorgt für die Farbe des Meeres

Ein wesentlicher Faktor bei der Frage, wie wir die Oberfläche des Meeres wahrnehmen, ist das Phytoplankton im Wasser. Ozeanbereiche mit mehr dieser Kleinstlebewesen erscheinen eher grün, während algenarme Gebiete eher blau erscheinen.

Die Planktondichte wiederum hängt wesentlich vom Klima ab, welches somit auch einen Einfluss auf die Farbe des Wassers hat, wie Stephanie Dutkiewicz vom Massachusetts Institute of Technology (MIT) mit ihrem Team herausfand. Die Wissenschaftler analysierten Satellitendaten zur Lichtreflexion der Ozeane, um aus ihnen ein biogeochemisches Modell zu erstellen, welches den Zusammenhang zwischen Meerestemperaturen und der Farbe des Wassers zeigt. So konnten sie die Farbentwicklung der Ozeane für die nächsten 80 Jahre prognostizieren.


Sollten die globalen Temperaturen bis 2100 um drei Grad steigen, wird das auch die Farbnuancen des Meereswassers verändern. „Man sieht eine signifikante klimabedingte Verschiebung in einigen Wellenlängen-Bereichen. Rund 50 Prozent der weltweiten Meeresoberfläche werden ihre Farbe merklich verändern„, so Dutiewicz. Bereits Mitte dieses Jahrhunderts könnten erste Farbverschiebungen sichtbar werden.

Blau und Grün wird intensiver

Konkret werden die Nuancen intensiver werden. Eh schon blauere Gebiete wie das offene Meer der Subtropen und der gemäßigten breiten werden in Zukunft noch blauer, da die Phytoplanktondichte in diesen Regionen durch die Erwärmung des Erdklimas eher abnehmen wird. Das Meerwasser reflektiert dadurch mehr Blauanteile des Lichts, was es für unser Auge blauer erscheinen lässt. In heute bereits eher grünlich erscheinenden Regionen wie den Polarregionen gilt das Umgekehrte. Dank der steigenden Temperaturen werden sich mehr Algen entwickeln, was dazu führt, dass das Wasser mehr blaue Anteile des Sonnenlichts absorbiert und so grüner erscheint.

Laut den Forschern werden diese Farbveränderungen mit dem bloßen Auge allerdings kaum wahrzunehmen sein, da die Verschiebungen im Blau-Grün-Bereich von den anderen Anteilen des sichtbaren Lichts überdeckt werden werden. Bei einer gezielten Auswertung der jeweiligen Wellenlängen werden aber signifikante Veränderungen auffallen. Und die Veränderungen werden nicht nur rein optischer Natur sein. Die Verschiebung der Verteilung und Zusammensetzung von Phytoplankton wird das Nahrungsnetz innerhalb der Ozeane beeinflussen. „ Wenn durch das Klima eine Algengemeinschaft zu einer anderen wird, dann verändert sich damit auch, welche Nahrungsnetze auf diesen Gemeinschaften aufbauen können„, so Dutkiewicz.

via MIT

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