Im September vergangenen Jahres war Schluss: Mit dem ehemaligen Vorzeigeunternehmen Solarworld stellte der letzte Massenhersteller die Produktion in Deutschland ein. Dabei waren die deutschen Hersteller in den Jahren 2005 bis 2008 weltweit führend. Doch dann verschliefen sie wichtige Investitionen in den Aufbau der Silizium-Photovoltaik. Immer stärker drängten daher preisgünstige chinesische Anbieter auf den Markt und verdrängten letztlich die deutsche Konkurrenz. Andreas Bett, Leiter des renommierten Fraunhofer-Instituts, sieht nun aber die Chance für ein Comeback der deutschen Hersteller. Seine Analyse beruht im Wesentlichen auf zwei Faktoren. Zum einen wird die Solarenergie benötigt, um die Klimaziele vieler Länder zu erreichen. Auch in Deutschland steigt die Zahl der installierten Module daher inzwischen wieder an.


Der Markt wächst seit einiger Zeit wieder

Hinzu kommt: Die Produktion ist inzwischen soweit automatisiert, dass die Lohnkosten keine so große Rolle mehr spielen. Stattdessen rückt ein anderer Kostenfaktor verstärkt in den Fokus: Die Ausgaben für den Transport der Module. Damit ergeben sich auch für einheimische Hersteller wieder neue Chancen – vorausgesetzt die Nachfrage auf den nahe gelegenen Märkten ist groß genug. In diesem Punkt erwartet Bett keine Probleme, sondern prognostiziert sogar einen weiteren Anstieg der installierten Leistung. Die deutschen Hersteller könnten sich zudem auf besonders effiziente Solarmodule spezialisieren, die etwa an Gebäuden oder Lärmschutzwänden installiert werden. Auch dieser Markt soll in den nächsten Jahren stark wachsen. Bett betont aber: Eine Produktion in Deutschland ist nur bei fairen Wettbewerbsbedingungen möglich.


Faire Wettbewerbsbedingungen sind eine Grundvoraussetzung

Denn in der Vergangenheit hatte es immer wieder Vorwürfe gegeben, die chinesische Regierung subventioniere die einheimischen Hersteller. Diese waren dadurch in der Lage, die eigenen Module unterhalb der Herstellungskosten auf den Markt zu werfen und so die europäische Konkurrenz auszuschalten. Im Jahr 2013 verhängte die Europäische Union daher sogar Anti-Dumping-Schutzzölle und sorgte so für einen Mindestpreis für chinesische Solarmodule. Diese Maßnahme ist inzwischen wieder ausgelaufen, half den verbliebenen europäischen Unternehmen aber, die Kosten zu reduzieren und wettbewerbsfähiger zu werden. Einen Vorteil hat Deutschland zudem noch immer: Bei Forschung und Entwicklung im Bereich der Solarenergie ist man hierzulande weiterhin weltweit führend. An mangelndem Fachwissen wird der Wiederaufbau der Produktion also nicht scheitern.

Via: Der Spiegel

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1 Kommentar

  1. Josef Pasch

    20. August 2019 at 17:22

    „Doch dann verschliefen sie wichtige Investitionen in den Aufbau der Silizium-Photovoltaik?“

    Wer so einen Unsinn schreibt, hat entweder nicht mal eine Ahnung von der Sache oder lügt hoch 2!

    Die deutsche Photovoltaik Industrie wurde von unsere Bundesregierung, allen voran unser Merkel, einfach platt gemacht, weil man die Subventionen gestrichen hat und nicht verhindert hat, dass subventionierte chinesische Produkte auf den europäischen Markt strömen konnten.

    Von wegen, Investitionen verschlafen.

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