Wissenschaftler in Ecuador haben gleich fünf neue Schlangenarten entdeckt. Doch die Freude darüber ist keineswegs ungetrübt. Denn gleich vier der neu entdeckten Arten sind direkt vom Aussterben bedroht. Die Forscher entschlossen sich daher zu einem ungewöhnlichen Schritt: Sie verzichteten auf die Ehre, die neue Art nach ihrem Entdecker oder einer berühmten Persönlichkeit zu benennen. Stattdessen wurde das Namensrecht gewissermaßen versteigert. Das auf diese Weise generierte Geld kam dann zum Einsatz, um 72 Hektar Land zu kaufen, auf denen die erstmals gefundenen Reptilien leben. Diese Fläche wurde anschließend mit einem bereits bestehenden Naturschutzgebiet verbunden. Die Hoffnung der Forscher: Den Tieren einen sicheren Lebensraum zu bieten und so das Überleben der neu entdeckten Arten zu sichern.


Es handelt sich um Arten der Dipsadini-Schneckennattern

Dass es sich tatsächlich um bisher noch unbekannte Arten handelt, bewiesen die Forscher zuvor durch den Einsatz von DNA-Abgleichen und den Vergleich mit bereits bekannten ähnlichen Tieren. Die neu entdeckten Schlangen verfügen zudem über besondere Fähigkeiten: Ihr Kiefer ist so geformt, dass Schnecken problemlos aus ihren Häusern geholt werden können. Sie können also Tiere fressen, die von anderen Raubtieren aufgrund der harten Schale nicht verspeist werden können. Drei der fünf neuen Arten sind in den Regenwäldern Ecuadors beheimatet, während die beiden anderen Neuentdeckungen in den Trockenwäldern des südamerikanischen Landes zu finden sind. Alle neuen Arten gehören zudem der Gruppe der Dipsadini-Schneckennattern an. Die Gattungen unterscheiden sich aber: Vier gehören zur Gattung Dipsas, eine zur Gattung Sidon.


Das Konzept könnte auch auf andere neu entdeckte Arten übertragen werden

Zu den Käufern gehört unter anderem der US-Ornithologe Bob Ridgely. Nach ihm ist nun die Schlangenart Dipsas bobridgelyi benannt. Außerdem erwarb er noch das Namensrecht an einer zweite Art und gab ihr den Namen seines Vaters – des verstorbenen Naturschützers Beverly Ridgely. Die Art heißt damit nun Sibon bevridgelyi. Die neu gefundenen Namen werden nun nicht nur in einer Urkunde festgehalten, sondern dürften auch von der Öffentlichkeit und Wissenschaftlern in aller Welt genutzt werden. Es handelt sich also um eine dauerhafte Investition. Sollte sich der Ansatz als erfolgreich erweisen und die neuen Arten tatsächlich langfristig überleben, könnte das Konzept zudem auch bei weiteren neu entdeckten Tierarten zum Einsatz kommen.

Via: National Geographic

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