„Die Erfahrungen aus der Hywind Windfarm in Schottland werden den Weg ebnen für neue Möglichkeiten auf dem globalen Markt für Offshore-Windenergie“, hatte die Statoil-Managerin Irene Rummelhoff anlässlich der Eröffnung des weltweit ersten schwimmenden Windparks vor der Küste Schottlands erklärt. Inzwischen sind die Windräder seit immerhin drei Monate in Betrieb und es kann eine erste Bilanz gezogen werden. Tatsächlich fällt diese sogar deutlich besser aus als selbst von Optimisten erwartet. Die wichtigste Nachricht zuerst: Die Windräder haben selbst heftige Stürme und mehr als acht Meter hohe Wellen problemlos weggesteckt. Somit kann die Technologie inzwischen wohl ziemlich eindeutig als praxistauglich eingestuft werden. Denn die Wetterbedingungen sind traditionell im Winter am schwierigsten.


schwimmender Windpark
Weltweit erster schwimmender Windpark (Bild: Statoil ASA)

Die Turbinen sollen möglichst lange in Betrieb gehalten werden

Ebenfalls sehr interessant: Die Nutzungsrate lag zwischen Oktober und Januar bei 65 Prozent. Gemeint ist damit das Verhältnis zwischen der maximal möglichen Energieproduktion und dem tatsächlich erreichten Durchschnittswert. Besitzt ein Windrad also eine 5 MW Turbine und produziert im Schnitt 2 MW Strom, liegt die Nutzungsrate bei 40 Prozent. Wichtig ist zudem der Vergleich mit klassischen Offshore-Windkraftanlagen: Diese kommen im Winter zumeist auf Werte zwischen 45 und 60 Prozent. Der etwas bessere Wert beim weltweit ersten schwimmenden Windpark lässt sich vor allem auf ein neues Steuerungselement zurückführen. Dieses sorgt dafür, dass die Turbinen auch bei relativ starken Winden noch genutzt werden können. Außerdem kann die Anlage nach einer Abschaltung wegen zu heftiger Windstärke automatisiert wieder in Betrieb genommen werden.

Die Wassertiefe spielt bei schwimmenden Windfarmen keine Rolle

Schwimmende Windkraftanlagen haben vor allem den Vorteil, dass sie auch in tiefen Gewässern installiert werden können. Traditionelle Offshore-Windparks benötigen hingegen eine Wassertiefe von maximal sechzig Metern. Schätzungen gehen aber davon aus, dass rund achtzig Prozent des weltweiten Offshore-Wind-Potentials in Gebieten mit tieferen Gewässern liegen. Durch die neuen schwimmenden Windparks könnten sich somit insbesondere in Asien, vor der Westküste Nordamerikas und in Europa ganz neue Möglichkeiten eröffnen. Dies gilt allerdings nur, wenn die Kosten für den produzierten Strom auch niedrig genug sind. Hierzu hat das Konsortium hinter Hywind noch keine konkreten Werte aus dem tatsächlichen Betrieb publiziert. Angestrebt wird aber bis zum Jahr 2030 ein Preis zwischen 40 und 60 Euro pro Megawattstunde.

Via: Business Green


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