Die Welt füllt sich mit digitalem Content. Millionen Apps, Webseiten, Nachrichtenquellen, Videos, Messenger und soziale Netzwerke und Plattformen stehen bereit, um dem Nutzer Inhalte darzubieten. Der ursprüngliche Gedanke hinter der Digitalisierung war es, das Leben von Menschen einfacher zu machen. Inzwischen wird es immer schwerer, Nützliches von Sinnlosem zu unterscheiden. Aber keine Bange: Hilfe ist unterwegs. Zwischen großen Tech-Firmen ist ein regelrechter Wettlauf angebrochen. Das Ziel: Die ultimative App – sozusagen die letzte App, die die Nutzer je benötigen werden.


Der Aufstieg der persönlichen virtuellen Assistenten

Der erste weit verbreitete KI-Assistent kam von Apple: Siri findet sich seit inzwischen fast 5 Jahren auf unseren iPhones und iPads, und nun seit kurzem auch auf dem Mac. 2012, als Apple Siri erstmals auf die Öffentlichkeit losließ, waren ihre Fähigkeiten noch schwer eingeschränkt. Heute hat sich nicht nur Siri weiterentwickelt, sondern es gibt auch eine Vielzahl an KI-Assistenzsystemen: Von Amazons Alexa über Googles Assistent und Microsofts Cortana gibt es viele Alternativen. Welche dieser Varianten ein Nutzer benutzt hängt auch maßgeblich davon ab, welche Geräte er im Alltag einsetzt.


Der Aufstieg der KI-Assistenten ist nicht zuletzt einem Unterbereich des maschinellen Lernens zu verdanken: NLP. NLP steht für „natural language processing“, bezeichnet also die Verarbeitung von natürlicher Sprache. Dank schnellen Fortschritten in diesem Bereich können wir nun mit Software reden, fast als wäre sie menschlich, und zwar in einer Vielzahl von Sprachen. Moderne KI-Systeme sind in der Lage, nahezu jeden sprachlichen Input zu verstehen – nicht nur rein wörtlich, sondern auch vom Sinn her.

Eine App, die alle anderen überflüssig macht

Und die Systeme werden immer intelligenter. Letztlich sollen sie so weit entwickelt werden, dass der Unterschied zwischen Software und Mensch kaum noch zu erkennen ist. Am Ende der Entwicklung stehen virtuelle Assistenten, die nahezu jede Aufgabe erledigen können, die ihnen gestellt wird. Dazu sind neben Fortschritten im Bereich NLP natürlich auch weitere Entwicklungen in Sachen maschinellen Lernen gefragt.

Das Ziel ist klar: Virtuelle Assistenten sollen eines Tages alle anderen Apps und Webdienste, die wir so nutzen, überflüssig machen und wie ein menschlicher Assistent agieren. Außerdem sollen die virtuellen Assistenten einzigartig werden. Indem sie Zugriff auf Daten erhalten, die virtuell über ihren Nutzer gespeichert sind, sollen sie ein Profil des Users anlegen können. Dies umfasst auch jede Webseite, die der Nutzer besucht, sowie alle Mails und anderweitige Nachrichten. So sollen die Assistenten alles über ihren Nutzer lernen – von Details zum Job über Dinge, die ihm gefallen oder nicht gefallen bis hin zu Hobbies, Beziehungen zu Mitmenschen und viel mehr. Alles mit einem Ziel: Den Nutzer in seinem Alltag so gut wie möglich zu unterstützen.

Zurück zu Minimalismus und Simplizität

Das Wichtigste an Apps und digitalen Werkzeugen, die wir nutzen, ist, dass sie so einfach wie möglich zu bedienen sein sollten. Ein Credo, das unter anderem von Steve Jobs geprägt wurde und heute leider ein wenig in Vergessenheit geraten ist. Wer sich heute in der digitalen Welt bewegt, der wird von Apps und Inhalten nahezu erschlagen.

Virtuelle Assistenten sollen letztlich das Ende dieses Input-Overkills bedeuten. Denn statt sich zu überlegen, welche App für welchen Zweck eingesetzt werden soll, wird der Nutzer sich in Zukunft an seinen virtuellen Assistenten wenden können. Egal, ob nur ein Termin angelegt werden oder eine komplette Reise gebucht werden soll: Zukünftig soll dies durch sprachliche Interaktion mit einem KI-Assistenten erledigt werden sollen – und zwar in einer Unterhaltung, die sich von der Interaktion mit einem menschlichen Assistenten so gut wie nicht mehr unterscheidet.

Datenschutzrechtliche Bedenken, die die Nutzer allerdings heute schon haben sollten

Viele Experten sagen, dass wir etwa 5 bis 10 Jahre von solchen Technologien entfernt sind. Danach wird es etwa 2 oder 3 Jahre dauern, bis die Software weit verbreitet ist. Nun kann einem der Gedanke durchaus Angst machen: Eine Software, die nahezu alles über ihren Nutzer weiß und mit diesen Daten arbeitet. Aber wer ehrlich zu sich selbst ist, der wird erkennen, dass die meisten dieser Daten bereits heute im Netz sind und auf die ein oder andere Art und Weise verarbeitet werden – Google und Facebook lassen grüßen. Dennoch: Wer auch immer das Rennen um den perfekten virtuellen Assistenten gewinnt, der wird nicht nur einen Vorteil gegenüber der Konkurrenz haben, sondern auch eine besondere Verantwortung in Sachen Datenschutz tragen. Jedoch ist auch das ein Feld, das einer stetigen Evolution unterliegt und sich mit der Technik weiterentwickeln wird.

Referenzen: Futurism

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