Aktuell hat Tesla bei der Produktion des Model 3 noch immer mit Problemen zu kämpfen. Dennoch wird der Konzern von den deutschen Autobauern ganz genau beobachtet. So besorgten diese sich den neuen Mittelklassewagen von Tesla und ließen ihn von einer Ingenieursfirma in seine Einzelteile zerlegen. Der Sinn hinter dieser Aktion: Es sollte herausgefunden werden, was die Produktion des Fahrzeugs tatsächlich kostet. Die Analyse der Experten kam für Tesla zu einem durchaus erfreulichen Ergebnis. Demnach sind für die einzelnen Teile und die Arbeit der Zulieferer Kosten von 18.000 Euro pro Fahrzeug zu verbuchen. Für den Zusammenbau fallen zudem noch weitere Ausgaben in Höhe von 10.000 Euro an. Somit ergibt sich bei einem Verkaufspreis von mindestens 35.000 ein durchaus stattlicher Gewinn.


So sieht der neue Tesla aus. Foto: Elon Musk

Der Kobalt-Anteil in den Batterien konnte massiv gesenkt werden

Dies gilt allerdings nur, sofern es Tesla endlich gelingt, die Produktionsprobleme in den Griff zu kriegen. Zuletzt musste Firmenchef Elon Musk nämlich einräumen, dass die günstigen Varianten des Model 3 noch gar nicht verkauft werden, weil der Konzern sonst Geld verlieren würde. Interessant an der Analyse der deutschen Ingenieure ist aber vor allem ein anderer Punkt: Offensichtlich konnte Tesla in Kooperation mit dem japanischen Unternehmen Panasonic bei der Herstellung der Batterien einen wichtigen Fortschritt erzielen. So liegt der Anteil des Rohstoffs Kobalt in den Kathoden von Batterien für Elektroautos normalerweise bei acht Prozent. Die Analyse nun zeigte aber: Bei Tesla sind es lediglich noch 2,8 Prozent. Dies könnte langfristig einen enormen Wettbewerbsvorteil bedeuten.

Gebrauchtwagen des Model 3 sind aktuell sehr teuer

Denn Kobalt ist vergleichsweise knapp und teuer. Viele Beobachter gehen sogar davon aus, dass der Abbau des Rohstoffs massiv zur Finanzierung der beiden Kongo-Kriege beigetragen hat. Unabhängig davon gilt: Je mehr Elektroautos gebaut werden, desto höher dürfte der Preis für Kobalt auf dem Weltmarkt steigen. Es bleibt abzuwarten, ob es auch anderen Herstellern gelingen wird, den Kobalt-Anteil in den Batterien zu reduzieren. Die deutschen Konzerne haben sich die Analyse des Model 3 jedenfalls einiges kosten lassen: Aktuell werden die Gebrauchtwagen zu Preisen zwischen 100.000 und 130.000 Dollar gehandelt. Einfach einen Neuwagen zu kaufen ist hingegen nicht möglich: Auf der Warteliste stehen noch immer mehr als 400.000 Personen – und die Produktion ist noch weit von der Zielmarke von 10.000 Autos pro Woche entfernt.


Via: Wirtschaftswoche

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1 Kommentar

  1. Matthias Paschke

    2. Juni 2018 at 22:24

    Viel interessanter ist, das Tesla die Energiedichte der verwendeten Akkus um 50% erhöhen konnte.

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