Schon seit Monaten verhandelt die ProSiebenSat.1 Media AG mit potentiellen Partnern. Das Ziel ist klar: Es soll eine deutsche Streamingplattform entstehen, die es mit Netflix und Amazon Prime Video aufnehmen kann. Dafür werden auch alte Gegensätze überwunden. So soll etwa auch mit öffentlich-rechtlichen Sendern – konkret dem ZDF – zusammengearbeitet werden. Als weiterer Partner ist der US-Konzern Discovery mit an Bord. Auf der Innovationskonferenz DLD in München verriet ProSieben-Chef Max Conze nun weitere Details des Projekts. Demnach könnte ein erstes Angebot bereits im Spätsommer dieses Jahres auf den Markt kommen. Auch zu den möglichen Inhalten äußerte sich der Unternehmenschef. Demnach soll es sich nicht um eine reine Kopie von Netflix oder Amazon Prime Video handeln. Vielmehr ist geplant, die Stärken der TV-Sender in die digitale Welt zu übertragen.


Bild: Florian Hurlbrink [GFDL (http://www.gnu.org/copyleft/fdl.html) or CC BY-SA 4.0 (https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0)], from Wikimedia Commons

Nachrichten, Sport und Live-Shows sind die Stärken der TV-Sender

So sprach der Senderchef davon, dass Netflix besonders gut darin sei, Serien zu kaufen oder selbst zu produzieren. Tatsächlich konnte das Streamingportal unter anderem mit „House of Cards“ und „Orange is the new Black“ in diesem Bereich in den letzten Jahren weltweite Erfolge erzielen. ProSiebenSat.1 hingegen war hier zuletzt weniger erfolgreich: Die viel beworbene Sat.1-Soap „Alles oder nichts“ wurde schon nach wenigen Wochen wieder abgesetzt. Dennoch bleibt Conze optimistisch und verweist darauf, dass Fernsehen nicht nur aus Serien besteht. Stattdessen nennt er drei Kategorien, in denen er punkten möchte: Nachrichten, Sport und Live-Shows. Tatsächlich hat auch Netflix immer wieder versucht, in diese Bereiche vorzustoßen – etwa mit Late Night Sendungen und live übertragenen Comedy-Shows. Bisher waren diese Versuche aber nur mäßig erfolgreich.

Streaming kostet Zuschauer beim linearen Fernsehen

Das neue deutsche Streamingportal könnte hingegen auf eine ganze Reihe an interessanten Rechten zurückgreifen. So besitzt Discovery die Übertragungsrechte für einige Spielen der Fußball Bundesliga und die Olympischen Spiele. Pro Sieben wiederum hat in den letzten Jahren mehrere Showformate erfolgreich etabliert. Dazu gehören beispielsweise „Germanys next Topmodel“ oder „The Voice of Germany“. Zukünftig sollen diese Produktionen dann auch online Zuschauer anlocken. Damit besteht aber natürlich die Gefahr, dass eigene Geschäftsmodell zu kannibalisieren. Wenn die Sendungen nämlich vermehrt online geschaut werden, sinkt die Einschaltquote – wodurch weniger Werbeeinnahmen im Hauptgeschäft generiert werden können. Doch Senderchef Conze bereitet dieser Punkt keine Sorgen: Es sei besser sich selbst zu kannibalisieren als Zuschauer an Konkurrenten zu verlieren, so der Manager.


Via: FAZ

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