Wildwuchs mit Gift zu bekämpfen, das war bisher der allgemein anerkannte Weg. Doch allmählich dämmert es den Verantwortlichen in immer mehr Kommunen, dass Pestizide viel mehr ausrichten als nur ungeliebtes Grün zu vernichten. Aus diesem Grund kehrt eine Gemeinde nach der nächsten den Spritzmitteln den Rücken – und greift zu Alternativen.


Klatschmohn statt englischer Rasen / Foto: Werner Gees

„Die pestizidfreie Kommune“: ein Ratgeber vom BUND

Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) gibt bekannt: Jetzt sind es schon 250 deutsche Kommunen, die auf Glyphosat verzichten, oder sogar auf sämtliche Pestizide. Um welche Städte und Dörfer es sich handelt, erfahrt ihr auf der Homepage der Organisation unter dem unten angegebenen Quellenlink.  Der BUND bringt den Ratgeber „Die pestizidfreie Kommune“ heraus, um diesen Trend weiter anzuheizen und den Entscheidern wichtige Hilfsmittel zur Hand zu geben. Das Prospekt gibt es portofrei im BUNDladen oder auch zum kostenlosen Download!

Biodiversität ist kunterbunte Fröhlichkeit

Eine große Rolle in der neuen Entwicklung spielt die Veränderung des bislang anerkannten Schönheitsideals: Müssen sämtliche Flächen wirklich in kurzgeschorenem Grün erscheinen? Wären wild blühende Blumen aller Art nicht schöner, auch wenn es sich dabei nicht um Zuchtrosen und Zierlauch handelt? Muss es überall exakt gerade Kanten geben – wären fließende Übergänge auch akzeptabel oder sogar besser? Biodiversität zeigt sich nun einmal nicht durch Ordnung und klare Linien, sondern durch kunterbunte Fröhlichkeit. Es gilt also, unsere Augen an neue Stadtbilder zu gewöhnen, die der Natur ihren Lauf lassen, ohne dabei alles „verkommen“ zu lassen.


Umdenken ist angesagt!

Saarbrücken verzichtet bereits seit mehr als 20 Jahren auf Pestizide, die Stadt hat sich als echtes Vorbild etabliert. Durch mechanische Verfahren – es gibt zum Bespiel spezielle Wildkrautbürstenmaschinen auf dem Markt – wird hier Unerwünschtes ausgedünnt, die Chemie bleibt dabei außen vor. Auch Infrarot- und Abflammgeräte kommen zum Einsatz, ebenso wie Heißdampfmaschinen. Das frisst jedoch mehr Energie als die gern verwendeten Radialbesen mit harten Borsten, Absauganlagen und diversen Freischneider. Dabei gilt: Wer möglichst früh dabei ist und das Wildkraut bereits beim Austreiben packt, hat es leichter.

Das Umdenken und Umplanen fällt vielleicht zunächst schwer und fordert im ersten Anlauf mehr Kapazitäten, doch die Gesundheit der Bürger profitiert von dieser Entscheidung deutlich, ebenso wie der Umweltschutz.

Quelle: bund.net 

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