Nächstes Jahr soll es endlich auch in Deutschland nach langer Zeit der Enthaltsamkeit eine erste legale Cannabis-Ernte geben. Allerdings wird diese streng kontrolliert und reglementiert ablaufen, nicht dass noch irgendein Dahergelaufener auf die Idee kommt, seinen eigenen Garten zur Hanfplantage umzufunktionieren!


Von Frank Liebig – Archiv Frank Liebig, CC BY-SA 3.0 de, Link

Die Erlaubnis gilt nur für medizinischen Hanf

Die Konzessionen für die erlaubten 10,4 Tonnen legale Ernte werden an Unternehmen verteilt, die sich vorher bewerben müssen. Die Ausschreibung läuft im Grunde schon seit 2017, doch immer wieder gab es Verzögerungen und rechtliche Probleme. Inzwischen sind es bereits 79 Firmen, die gern Cannabis anbauen möchten und sich dafür an das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte gewendet haben. Wer sich jetzt schon die Hände reibt und sich auf seinen ersten legalen deutschen Joint freut, wird leider enttäuscht: Die Erlaubnis gilt ausschließlich für sogenannten medizinischen Hanf, der direkt in die Medikamentenproduktion wandert. Auf dem Gesundheitssektor steigt die Nachfrage aktuell steil an, darum wurde die Zielmenge von ursprünglich 6,6 Tonnen deutlich angehoben. Vor kurzem gab es auf Konsumentenseite noch eine strenge Begrenzung auf etwas 1000 Patienten in ganz Deutschland, doch jetzt dürfen Ärzte den guten Stoff ganz frei verschreiben, wenn eine solide medizinische Begründung dafür vorliegt.

Die deutsche Ernte wird durch Importe ergänzt

Den Zuschlag für die ersten Unternehmen will das BfArM zum Ablauf des ersten Halbjahres 2019 erteilen, Ende 2020 sollte dann die erste Ernte vorliegen. Der gesamte Prozess unterliegt strenger staatlicher Aufsicht und einer fortlaufenden Qualitätskontrolle, so, wie es für Medikamente üblich ist. Die genannten 10,4 Tonnen verteilen sich auf vier Jahre, sie werden durch Importe aus den Niederlanden und Kanada ergänzt. Cannabis soll Tumorschmerzen mildern, die typische Chemo-Übelkeit unterdrücken und gegen Spastiken bei MS helfen. Jede einzelne dieser aufgezählten Wirkungen wäre eine echte Wohltat für leidgeplagte Menschen, die bislang noch kein wirksames Mittel gegen ihre Symptome gefunden haben.


Quelle: faz.net

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