Die Auslieferung von Paketen ist eines der ersten Einsatzgebiete, an die man im Zusammenhang mit Drohnen denkt. Bisher ist das aber eher noch Zukunftsmusik. Das Logistikunternehmen DHL hat in China nun erstmals eine feste, innerstädtische Drohnen-Route zu einem Unternehmenskunden aufgebaut.


Bild: DHL

Acht statt 40 Minuten

In Betrieb genommen wurde die Route in der südchinesischen Millionenstadt Guangzhou. Dazu wurden zwei Lieferstationen aufgebaut, zwischen denen vollautomatische Drohnen Pakete mit jeweils bis zu 5 Kilogramm Gewicht als Express-Sendungen über eine Entfernung von 8 Kilometern transportieren. Dabei arbeiten das Logistik-Joint-Venture DHL-Sinotrans und der chinesische Drohnenhersteller EHang zusammen.

Die Dynamik des sich rasant entwickelnden chinesischen Marktes macht ihn zum idealen Platz für die Route„, so Jack O’Neill, Vizepräsident von DHL Express in China, anlässlich der Eröffnung der Route am Donnerstag. Empfänger der Sendungen ist ein nicht näher benannter Unternehmenskunde, der seine Express-Lieferungen nun mindestens zweimal am Tag per Drohne abholen und zum DHL-Servicezentrum bringen lässt. Mit dem Auto benötigt man für die Strecke etwa 40 Minuten – die Drohne erledigt das in acht, und das ganz ohne lästige Staus oder Luftverschmutzung.


Die Lieferstationen öffnen beim Anflug der Drohne automatisch das Dach für die Landung, woraufhin das Fluggerät seine Ladung selbstständig absetzen oder aufnehmen kann. Der Kunde muss seine Lieferung dann nur noch nach Identifizierung an der Station entnehmen.

Drohnenlieferungen im Testbetrieb

Während DHL zwar das erste Unternehmen mit einer innerstädtischen Route in China ist, ist es nicht das erste, das Drohnen für Lieferungen einsetzt. JD.com, ein großer chinesischer Versandhändler, liefert in entlegenen Gegenden bereits seit längerem per Drohne an vorher bestimmte Landeplätze aus. Von dort werden die Lieferungen von Boten zum Adressaten gebracht. Entsprechende Lieferdrohnen werden in mehreren Dutzend Ländern erprobt. Drohnen könnten auch zum Einsatz kommen, um etwa eilige medizinische Güter zu transportieren.

Beim Kooperationspartner EHang verbucht man die Eröffnung der Route als Erfolg. „ Es ist ein neuer Anfang beim Aufbau der Luft-Logistik für smarte Städte. Wir gehen davon aus, dass intelligente Drohnen-Lieferungen als innovative Logistik-Lösung ausgeweitet und in weiteren Gebieten verwirklicht werden„, so der Gründer Hu Huazhi. EHang produziert auch eine Schwerlastdrohne, die eine Reichweite von 25 Kilometern und eine maximale Zuladung von 260 Kilogramm hat.

Steiniger Behördenweg

2017 wurden in China mehr als 50 Milliarden Lieferungen zu Kunden transportiert. DAs ist mehr als in den USA, Europa und Japan gemeinsam. Kein Wunder also, dass DHL in China auf Kundenfang ist. Die notwendigen Genehmigungen für den Betrieb solcher Drohnenrouten sind indes nicht einfach zu bekommen. Die Luftverkehrsbehörde CAAC spricht bei der DHL-Strecke von einem Pilotprojekt.

Hinzu kommt, dass der Luftraum in China unter militärischer Kontrolle steht – was im zivilen Luftverkehr allgemein gerne mal zu Problemem führt. Bei der Eröffnung der Lieferroute am Firmensitz von EHang führte etwa ein kurzfristiges Flugverbot dazu, dass eine geplante Vorführung der Technologie an einer eigens errichteten Vorführstation ausfallen musste.

via DHL

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