Es gibt massenweise Bücher und Untersuchungen über erfolgreiche Verhandlungstaktiken. Fast alle beginnen dabei mit der Maxime: „Kenne deinen Gegenüber“. Früher dürfte es teilweise recht zeitraubend gewesen sein, vor Beginn eines Meetings entsprechende Dossiers über die Gesprächspartner zusammenzustellen. Seit der Verbreitung des Internets gibt es allerdings oft eher einen Überfluss an Informationen. Die App „Charlie“ kann daher mit dem eigenen Google-Account verbunden werden und sendet dann jeweils eine Stunde vor Beginn eines Meetings, entsprechende Profile über die anderen Teilnehmer des Treffens. Vorausgesetzt natürlich der Termin und die Gesprächspartner wurden in der Google-Kalenderfunktion vermerkt.
Charlie App


Charlie holt die Zukunft in das Jetzt

Natürlich verfügt die Applikation dabei über keinerlei Insiderinformationen. Vielmehr basieren die Ergebnisse nach Angaben des Unternehmens auf mehr als 100.000 öffentlich zugänglichen Quellen im Internet. Wenn man so möchte, bekommt man also lediglich die Ergebnisse einer ausführlichen Google-Recherche präsentiert. Die Macher sprechen allerdings davon, dass es im Schnitt 57 einzelne Google-Suchen bräuchte, um den Informationsgehalt der Steckbriefe zu erlangen. Zusätzlich bekommt man eine Übersicht über die Gesprächshistorie, also die Information wann und warum man bereits in der Vergangenheit mit dem jeweiligen Gesprächspartner zusammengetroffen ist.

Einzelanforderung von Steckbriefen ist möglich

Neben dieser automatischen Funktion, die jeweils im Vorfeld eines geplanten Termins in Erscheinung tritt, können auch Steckbriefe zu einzelnen Personen oder E-Mail-Adressen angefordert werden. So ist es vorstellbar, dass Bewerber und Interessenten zukünftig nicht mehr nur gegoogelt, sondern auch mit der „Charlie“-App unter die Lupe genommen werden. Wie informativ allerdings die Steckbriefe sind, dürfte nicht zuletzt von der gesuchten Person abhängen. Bei Geschäftsführern größerer Unternehmen sollten genügend Daten zu finden sein.
Bei Bewerbern frisch von der Uni hingegen – die eventuell auch noch sensibilisiert wurden für einen sicheren Umgang mit ihren Daten – dürften die Ergebnisse oftmals auch eher mager ausfallen. Zumal die Zustellung dieser angeforderten Briefings bis zu 24 Stunden dauern kann. In dieser Zeit werden die meisten wohl eher selbst schon einmal die Suchmaschine angeworfen haben. Als automatisierte Erinnerung an im Kalender eingetragene Meetings und deren Teilnehmer könnte die App sich aber durchaus als nützlich erweisen.


Geschäftsmodell des Unternehmens ist unbekannt

Das genaue Geschäftsmodell des Unternehmens ist allerdings noch unklar. Sollen die Nutzer zukünftig für die Nutzung der Applikation zahlen oder sollen die Steckbriefe durch mitgesendete Werbung finanziert werden? Dazu gibt es öffentlich noch keine Informationen. Immerhin konnte das Unternehmen aber einige namhafte Kapitalgeber von ihrer Idee überzeugen und insgesamt 1,75 Millionen Dollar an Kapital einsammeln. Mit diesem Geld soll zunächst eine Verknüpfung der App mit Microsoft Outlook ermöglicht werden und anschließend die Verbreitung des Services betrieben werden.

Quelle: TechChrunch

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