Was in vielen Reisebussen längst Standard ist, wird bei der Deutschen Bahn nun auch nach und nach eingeführt. Bereits ab Januar soll sämtlichen ICE-Fahrgästen ein kostenloses WLAN-Netz zur Verfügung stehen. Nun hat der Konzern zudem ein weiteres Problemfeld in Angriff genommen. Denn auch im Nahverkehr ist die WLAN-Versorgung aktuell bestenfalls rudimentär vorhanden. Hier soll aber nun auch zeitnah Abhilfe geschaffen werden. Daher hat die Bahn eine Untersuchung in Auftrag gegeben, die Möglichkeiten der Internetversorgung aufzeigen sollte. Das Ergebnis: Immerhin 87 Prozent der Nahverkehrsstrecken verfügen bereits über eine ausreichende Netzabdeckung – es muss also nur noch die entsprechende WLAN-Technik in den Zügen installiert werden.


By Johannes Martin Conrad (selbst fotografiert) [GFDL (http://www.gnu.org/copyleft/fdl.html) or CC BY 3.0 (http://creativecommons.org/licenses/by/3.0)], via Wikimedia Commons
By Johannes Martin Conrad (selbst fotografiert) [CC BY 3.0 (http://creativecommons.org/licenses/by/3.0)], via Wikimedia Commons

Die Kosten müssten von der öffentlichen Hand getragen werden

Genau dies ist aber gar nicht so einfach. Denn anders als bei den ICEs ist nicht die Bahn für die Ausstattung der Züge verantwortlich, sondern die Regionalverkehrsorganisationen in den einzelnen Bundesländern. Diese müssten daher auch die Kosten des WLAN-Angebots übernehmen. Denkbar wäre beispielsweise, dass in die öffentlichen Ausschreibungen ein entsprechender Passus integriert wird – und die Anbieter dafür einen höheren Zuschuss erhalten. Die Dachorganisation der Aufgabenträger (BAG-SPNV) jedenfalls zeigt sich von den Plänen durchaus angetan und ist an einer zeitnahen Umsetzung interessiert. Die Kosten sollen allerdings durch begrenzte Datenkontingente in Grenzen gehalten werden. So soll jeder Fahrgast ein Datenvolumen erhalten, das für etwa dreißig Minuten ausreicht.

Rund 5,2 Millionen Fahrgäste könnten profitieren

Anschließend müsste der Nutzer sich dann registrieren und später einen kostenpflichtigen Zugang erwerben. Die Bahn setzt bei der WLAN-Versorgung auf ein sogenanntes „Multi-Provider-System“. Die Datennetze der Deutschen Telekom, von Vodafone und von Telefónica werden dabei so gebündelt, dass die Fahrgäste immer auf einen dieser Hotspots zugreifen können. Für die genaue Ausgestaltung der zahlungspflichtigen Tarife ist dann stets der Netzbetreiber zuständig. Der Ausbau des WLAN-Netzes in den Regionalzügen ist für die Bahn von besonderer Bedeutung, weil damit die mit Abstand meisten Kunden erreicht werden können: Täglich nutzen rund 5,2 Millionen Fahrgäste das Nahverkehrsangebot des staatseigenen Konzerns.


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