In weiten Teilen Afrikas und des Mittleren Ostens gilt eine möglichst helle Hautfarbe als Schönheitsideal. Cremes zur Hautaufhellung erfreuen sich in diesen Regionen daher großer Beliebtheit. Wissenschaftler warnen aber schon länger davor, dass diese Produkte keineswegs harmlos sind, sondern bei übermäßiger Anwendung ernste gesundheitliche Schäden verursachen können. Die Elfenbeinküste hat daher nun die Konsequenzen gezogen und die Nutzung und den Verkauf von Hautaufhellungscremes untersagt. Dies berichtet der britische Fernsehsender BBC.


Früherer Sitz der "Assemblée Nationale" in Abidjan
Früherer Sitz der „Assemblée Nationale“ in Abidjan

Bedenkliche Inhaltsstoffe

“Die Zahl der Leute, die bei diesen Medikamenten Nebenwirkungen erleiden ist wirklich hoch“, begründete Christian Doudouko, Mitglied der pharmazeutischen Aufsichtsbehörde des Landes, die Entscheidung gegenüber der französischen Nachrichtenagentur AFP. Seinen Angaben zufolge können die Cremes nicht nur die Haut dauerhaft schädigen, sondern werden auch mit Diabetes- und Krebserkrankungen in Verbindung gebracht. Ein großes Problem war dabei stets die mangelnde Regulierung. Da es keine Vorschriften gab, welche Inhaltsstoffe verwendet werden dürfen, enthalten viele der Cremes Zutaten, die zwar hochwirksam, aber gesundheitlich nicht unbedenklich sind. So sind in den Salben beispielsweise oftmals Steroide in einer Konzentration vorhanden, die von vielen Ärzten als extrem bedenklich eingestuft wird. Auch Quecksilber wird teilweise verwendet.

Verbote sind nicht immer wirksam

Hinzu kommt, dass die Produkte oftmals nicht entsprechend der Gebrauchsanweisung genutzt werden. So kann beispielsweise das regelmäßige eincremen des ganzen Körpers zu Bluthochdruck führen. Ob das Komplettverbot in der Elfenbeinküste daran allerdings etwas ändern kann, hängt davon ab, inwieweit die Behörden das Verbot auch durchsetzen können. Andere afrikanische Staaten haben da schlechte Erfahrungen gemacht. So sind die Cremes in Gambia beispielsweise ebenfalls verboten, werden aber dennoch fleißig weiter genutzt. Auch Südafrika hat ein ähnliches Verbot in Kraft gesetzt – ohne dass der Markt für solche Produkte dadurch komplett zum Erliegen gekommen wäre.


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