Quantencomputer werden als Rechner der Zukunft gehandelt. Sie nutzen quantenmechanische Phänomene wie Überlagerung und Verschränkung, um auch komplexe Rechenoperationen parallel und mit hoher Geschwindigkeit ausführen zu können. Sie sind konventionellen Computern in Sachen Leistung und Effizienz turmhoch überlegen. Bis heute gibt es allerdings keinen Quantencomputer, der praktisch auch nutzbar ist. Weltweit arbeiten Forscher daran, dies zu ändern. Mit dem Projekt „OpenSuperQ“ haben sich europäische Forscher vorgenommen, bis 2021 einen funktionierenden Quantencomputer mit 100 Qubits zu bauen. Es würde sich um den ersten Quantencomputer dieser Größe handeln.


Quantencomputer bis 2021

Erste kommerzielle Quantencomputer existieren bereits. Auch die Menge erreichbarer Qubits ist gestiegen, inzwischen gibt es Computer mit bis zu 50 Qubits. Das EU-Projekt „OpenSuperQ“ möchte diese Menge verdoppeln. „Das ist eine Größe, mit der dieser Quantencomputer die heutigen Supercomputer klassischen Typs bei bestimmten Aufgaben weit hinter sich lassen wird„, heißt es auf der Webseite des Projekts. Der entstehende Computer soll auf supraleitende Schaltkreise basieren und mit einer Open-Source-Software betrieben werden. „ Dieser offene und integrative Ansatz ist eines der hervorstechendsten Merkmale von ‚OpenSuperQ‘„, erläutert Frank Wilhelm-Mauch von der Universität des Saarlandes, der das Projekt koordiniert.


Quantencomputer mit Cloudzugriff

Der „SuperQ“ soll ein echter Quantencomputer werden. Dieser kann im Gegensatz zu Quantensimulatoren nicht nur bestimmte Aufgaben lösen, sondern ist ein echter Alleskönner. Das Projekt sieht aber Aufgabenschwerpunkte vor. „ Zwar ist er als Allzweck-Quantencomputer ausgelegt, dennoch liegen seine Hauptanwendungen in der Simulation von Abläufen in Chemie und Materialwissenschaft sowie beim maschinellen Lernen„, so die Wissenschaftler.

Der SuperQ soll im Forschungszentrum Jülich stationiert werden und dann über eine Cloud für Nutzer aus der ganzen Welt zugänglich sein. „ Dieser Standort wird sicherlich befeuern, dass Ideen aus der Wissenschaft rasch in Anwendungen umgesetzt werden“, so Wilhelm-Mauch. Bei „OpenSuperQ“ handelt es sich um einen Teil des Programms der EU-Kommission zur Erforschung von Quantentechnologien. Das Projekt wird im Rahmen dieses Programms mit etwa zehn Millionen Euro gefördert.

via Universität des Saarlandes

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