Dass etwas gegen den Klimawandel getan werden muss, darüber herrscht politisch weitestgehend Einigkeit. Nicht umsonst kamen 2015 die Führer vieler Staaten in Paris zusammen, um ein gemeinsames Klimaabkommen zu unterzeichnen. Allerdings wurde bisher viel zu wenig getan, um die dort festgesetzten Ziele auch zu erreichen. Dabei gibt ein aktueller Bericht der Weltmeteorologie-Organisation WMO Anlass zur Sorge: Viele der Auswirkungen des fortschreitenden Klimawandels haben sich im letzten Jahr messbar verschärft.


Die Wassertemperaturen steigen

Meldungen bezüglich der Klimawandel-Folgen häufen sich in letzter Zeit. In Grönland hat sich die Eisschmelze innerhalb der letzten vier Jahre vervierfacht, und 2018 war für Europa das wärmste Jahr seit Beginn der Aufzeichnungen.


Der Bericht der WMO liefert weitere Daten zur Lage des Klimawandels. Die Meerestemperaturen der oberen 2000 Meter Wassertiefe haben neue Rekordwerte erreicht, was in der Pufferwirkung der Ozeane begründet liegt. Sie nehmen nämlich bis zu 90 Prozent der Energie des Treibhauseffektes auf. Außerdem absorbieren die Weltmeere etwa 30 Prozent des anthropogenen CO2, was das Wasser immer saurer macht. Parallel zur Veränderung des pH-Werts nimmt auch der Sauerstoffgehalt vieler Meeresregionen ab. Diese „Todeszonen“ sind weltweit im Wachstum und finden sich unter anderem im Schwarzen Meer, im Golf von Oman und auch in der Ostsee. Generell ist der Sauerstoffgehalt des offenen Meeres um etwa zwei Prozent gesunken.

Erhöhter Meeresspiegel und Eisschwund

Und auch der Meeresspiegelanstieg erreicht neue Rekordwerte. 2018 war er etwa 3,7 Millimeter höher als im Vorjahr, was einen neuen Rekord darstellt. Der Anstieg des Meeresspiegels beschleunigt sich aktuell um etwa 0,1 Millimeter im Jahr. Die Forscher sehen die Verantwortung dafür im Abtauen der Eismassen an den Polen.

Apropos Polareis: Dieses nutzt normalerweise die kalten Wintermonate, um wieder Masse aufzubauen und sich zu erholen. Dies gelang im vergangenen Winter nur zum Teil, weshalb die Meereisfläche in den ersten zwei Monaten so klein war wie noch nie zuvor um diese Zeit. In Grönland ist zudem der Eisverlust höher als jemals zuvor in den letzten 500 Jahren. Und auch in der Antarktis sieht es nicht besser aus, weiß die WMO zu berichten: „ In den letzten Tagen des Jahres 2018 erreichte die antarktische Meereisfläche ein Rekordminimum„, heißt es in dem Bericht.

Es muss was getan werden

Für den Menschen noch direkter spürbarer sind allerdings die durch den Klimawandel auftretenden Extremwetterlagen. 2019 musste Nordamerika mit ungewöhnlicher Kälte kämpfen, während der Winter in Europa zu den wärmsten seit Beginn der Aufzeichnungen zählte. In Australien wüteten derweil Hitzewellen.

Das extreme Wetter hat sich 2019 fortgesetzt, zuletzt mit dem tropischen Zyklon Idai, der verheerende Überschwemmungen und tragische Verluste von Menschenleben in Mosambik, Simbawe und Malawi verursachte. Er könnte zu einer der tödlichsten wetterbedingten Katastrophen der Südhalbkugel werden. Die Opfer von Idai machen deutlich, warum wir eine globale Agenda zu nachhaltiger Entwicklung, Klimawandel-Anpassung und Risikoverringerung brauchen.„, so Petteri Taalas, Generalsekretär der WMO.

Derartige extreme Wetterereignisse haben auch soziale und gesellschaftliche Folgen. 2018 wurdeen weltweit 883.000 Menschen klimabedingt zu Flüchtlingen – zwei Drittel davon aufgrund von Überschwemmungen und Sturmfluten, das andere aufgrund von Dürren.

Der Bericht der WMO dokumentiert, wie wichtig Klimaschutzmaßnahmen heutzutage sind. Der Bericht wurde im Rahmen eines Treffens der UN zum Thema Klimawandel veröffentlicht.

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