Der britische Journalist Peter Walker wirft in einem aktuellen Youtube-Video eine Frage auf, die auch uns Deutsche betrifft: Wie sinnvoll wäre eine Helmpflicht für Radfahrer? Zweifellos kann ein Helm im Falle eines Unfalls schwere Kopfverletzungen verhindern, und so mancher Radfahrer verdankt der robusten Kopfbedeckung bereits sein Leben.


Im Straßenverkehr sterben mehr Fußgänger als Radler

383 Radfahrer kamen im Jahr 2015 im deutschen Straßenverkehr ums Leben, hinzu addieren sich mehr als 14.000 Leichtverletzte und über 60.000 Schwerverletzte. Wie viele von den Toten noch leben könnten, wenn sie bei der Fahrt einen Helm getragen hätten, lässt sich höchstens erahnen – konkrete Zahlen gibt es dazu nicht. Auch ist nicht bekannt, ob die Schwerverletzten vielleicht nur Leichtverletzte wären, hätten sie ihren Kopf besser geschützt. Pro 1 Milliarde Radfahrkilometer starben 2015 10,69 Fahrradfahrer, damit stehen die Zweiradfreunde sogar besser da als die Fußgänger, die bei einer Milliarde Kilometern bereits einen Verlust von 15,34 Personen erlitten. Im Grunde müsste man also sagen, dass eher die Fußgänger Helme tragen sollten, oder? So einfach ist das natürlich auch wieder nicht, vielleicht fallen Fußgänger ohnehin viel seltener auf den Kopf.


Bei Helmpflicht meiden viele Menschen das Fahrrad

Die Radhelmpflicht hat in Neuseeland und Kanada hat dazu geführt, dass sich deutlich weniger Menschen aufs Fahrrad schwangen – und mit großer Wahrscheinlichkeit aufs Auto umstiegen. Dies bewirkt, dass die Menschen sich weniger bewegen, was wiederum das Risiko für Herz-Kreislauferkrankungen und andere gesundheitliche Schäden steigert. Und da die Helmpflicht zum Gemeinwohl beitragen soll, kommen an dieser Stelle schon wieder Zweifel an der Sinnhaftigkeit der Regelung auf.

Schließlich gibt es da noch die Möglichkeit, Radfahrer besser zu schützen, in dem sie mehr eigene Radwege erhalten und weniger in Konflikt mit dem Autoverkehr gelangen. In fahrradintensiven Gegenden würden eventuell auch Geschwindigkeitsbegrenzungen für den PKW-Verkehr dazu beitragen, dass weniger Unfälle geschehen. Diese Maßnahmen bringen vielleicht sogar noch mehr Menschen aufs Zweirad und verbessern so die Gesundheit der Bevölkerung! Außerdem fühlen sich die Radler weniger gegängelt und bevormundet, wenn es ihnen selbst überlassen wird, ob sie ihren Kopf vor schweren Unfallschäden schützen möchten – oder nicht.

In diesem Video analysiert Peter Walker das Helmpflicht-Problem

Quelle: zukunft-mobilitaet.net

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1 Kommentar

  1. David Kummer BGE

    3. Juni 2018 at 06:52

    Das Proplem der Helmplicht würde mich besonders betreffen, immerhin fahre ich täglich mit dem Rad und trage keinen Helm.
    In meiner jetzigen Arbeitsstelle, habe ich wenigstens die Möglichkeit diesen sicher zu verwahren, was nicht annährend der Normalzustand ist, auch wenn es das sein sollte.
    Der Grund warum ICH keinen tragen will, ist ganz einfach ANGST. Den Autofahrer die einen Radler mit Helm sehen, fahren rücksichtsloser dran vorbei, als wenn der Radler keinen Helm auf hat(gibts auch ne Studie aus England darüber). Der nächste Aspeckt, der bei dem Thema komischerweise JEDES mal unter schlagen wird, ist das der Helm nur in ganz bestimmten Fällen als Wirksam erweißt. In vielen anderen, ist er sogar schädlich. Ob sich das eine oder andere mehr auswirkt, keine Ahnung. Das wird wohl keiner beweisen können da dafür viel zu viel Zeit und Geld investiert werden müste.
    .
    Nein, was wirklich etwas bringen würde, wäre wenn das Überhohlen mit zu geringen Abstand, ENDLICH als Straftatbestand aufgenommen werden würde. Den erst dann, würde sich die Polizei darum kümmern und jeder Radler wäre sicherer unterwegs. Wer Beweise dazu sehen will, der fahre doch mal, auf einer Strasse ohne Radweg, oder mit einem abgetrenten Bereich auf der Strasse, zur Stoßzeit durch die Stadt oder auch Überland. Da gibts Überhohlmanöver im Sekundentakt, die einen die Angst in Mark und Bein treiben.(Hab ein schönes 5min Video dazu, etliche Autos, im Abstand von unter 50cm, teilweise unter 10cm) Und wenn mir nun jemand von Radwegen anfängt, dann weiß ich, das die Person keine Ahnung hat. Den die meisten Menschen in Berlin, die im Radverkehr sterben, werden auf Radwegen überfahren. Einfach weil der Radler nicht mehr im Sichtfeld des Auto/LKW-fahrers ist und beim Abbiegen“““““übersehen“““““ wird.

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