Wenn es um die Länder geht, die von den Auswirkungen des Klimawandels am meisten betroffen sind, wird die Schweit eher selten genannt. Rein statistisch betrachtet, ist die Alpenrepublik allerdings tatsächlich vergleichsweise stark von der Erderwärmung betroffen: Seit Beginn der Messungen im Jahr 1864 stiegen die Temperaturen im Rest der Welt um 0,85 Grad Celsius – in der Schweiz aber um stolze 1,9 Grad Celsius. Zugegebenermaßen dürfte das Land von steigenden Meeresspiegeln eher weniger betroffen sein. Dennoch gehören die Schweizer zu den Vorreitern in Sachen Klimaschutz. So war das Land das erste, das im Vorfeld der Weltklimakonferenz in Paris konkrete Klimaziele an die Vereinten Nationen meldete. Nun hat die Schweizer Regierung ein Gesetzespaket eingebracht, das diese Ziel verwirklichen soll.


Erderwärmung
Foto: Global Warming. The Earth became the newest Waterworld., Andrea Della Adriano, Flickr, https://creativecommons.org/licenses/by/2.0/legalcode

Sechzig Prozent der Einsparungen sollen innerhalb der Schweiz passieren

Konkret geht es dabei um die Vorgabe, die Klimaemissionen im Vergleich zum Jahr 1990 um die Hälfte zu reduzieren – und zwar innerhalb der nächsten vierzehn Jahre. Sechzig Prozent der Einsparungen sollen dabei durch Maßnahmen im Inland erfolgen. Der Rest wird wohl durch Ausgleichsmaßnahmen im Ausland oder den Kauf von CO2-Zertifikaten zustande kommen. Über diese geplante Aufteilung wird allerdings aktuell noch gestritten. Gut möglich, dass sich die Lastenverteilung daher in den nächsten Wochen noch ändern wird. Das konkrete Ziel der Reduktion der Treibhausgase gilt allerdings als allgemeiner politischer Konsens.

Der Einbau konventioneller Heizungen könnte verboten werden

Um die selbst auferlegten Vorgaben zu erreichen, soll dabei unter anderem die CO2-Abgabe auf fossile Brennstoffe erhöht werden. Gleichzeitig sollen verstärkte Maßnahmen zur Gebäudesanierung den Energieverbrauch des Landes insgesamt senken. Interessant dabei: Sollten die Sanierungsmaßnahmen nicht den gewünschten Effekt erzielen, soll die Regierung das Recht erhalten, ab dem Jahr 2029 den Einbau von fossilen Heizungen zu verbieten. Dies wäre dann ein ziemlicher drastischer Schritt, um die Klimaziele zu erreichen. Kurzfristig soll nun der Weltklimavertrag von Paris durch das Schweizer Parlament ratifiziert werden. Dies hätte den Vorteil, dass das Land an der nächsten Weltklimakonferenz in Marrakesch teilnehmen kann. Staaten, die den Klimavertrag noch nicht ratifiziert haben, sind dort nur als Beobachter zugelassen.


Via: NZZ

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